Yoga und Drogen – eine erleuchtende Einsicht?

„Kundalini Yoga and drugs don’t mix!“[1] – Yogi Bhajan

Kundalini Yoga Galerie Schule Münster - Yoga und DrogenMit der anhaltenden Debatte über die Legalisierung von Drogen in Medien und Politik, scheint es an der Zeit, mal einen yogischen Blick auf das Thema zu wagen, und eine kleine Analyse aus einer speziellen Perspektive anzubieten: Yoga und Drogen.

 

 

 

In diesem Beitrag sollen zwei Fragen erörtert werden:

  1. im Speziellen: Ist der Konsum von illegalen Drogen (sprich Rauschgift) mit der persönlichen Meditations- und Yogapraxis, Sadhana, vereinbar?
  2. im Allgemeinen: Lassen sich hieraus sinnvolle Erkenntnisse für die andauernde Legalisierungsdebatte gewinnen?

Anmerkung des Verfassers: die hier beschriebene Position ist meine eigene und gilt keineswegs für Yoga im Allgemeinen, allerdings beziehe ich mich im Wesentlichen auf meinen Lehrer, Yogi Bhajan, Meister des Kundalini Yoga. Diesen Yogastil, Kundalini Yoga, wie es von Yogi Bhajan gelehrt wird, praktiziere und lehre ich nun seit über 20 Jahren mit immer noch wachsender Begeisterung.

 

Yogi Bhajan und Kundalini Yoga

Kundalini Yoga Galerie Schule Münster - Yoga und Drogen
Yogi Bhajan, 1980

Siri Singh Sahib Bhai Sahib Harbhajan Singh Khalsa, genannt Yogi Bhajan, galt weltweit als echter Yogi (Yogameister), hatte also einen gewissen Durchblick und eine einzigartige Perspektive. Seine Lehren haben unzähligen Menschen geholfen und zu tiefgreifenden Erfahrungen geführt. Außerdem ist er bekannt als der Gründer der Firma Yogi Tee. Ferner hat er die Firma Akal Security Inc. ins Leben gerufen, heute mit rund einer halben Milliarde Dollar Umsatz einer der größten privaten Sicherheitsdienstleister in den USA. Mitten im Leben stehend als Yogi und Unternehmer – verheiratet, zwei Kinder – kann man ihn keineswegs als weltfremden Eremiten mit verschrobenen Ansichten in einer verborgenen Höhle im Himalaya abtun. Er hat KundaliniYoga gelehrt undgelebt.

Yogi Bhajan war zusammen mit Pabst Johannes Paul II, Martin Luther King und Mutter Theresa Träger der höchsten amerikanischen Auszeichnung des Parlamentes für humanitäre Verdienste [2]. Das besondere an dieser Auszeichnung ist, dass es sich um eine Deklaration von Congress und Senate handelt, die dann vom Präsidenten unterzeichnet werden muss, also wie ein Gesetz – keine kleine Sache. In Neu Mexiko, seinem amerikanischen Wohnort, wurde nach seinem Tod sogar eine Autobahn nach ihm benannt: der Yogi Bhajan Memorial Highway [3]&[4].

Für Praktizierende oder Aspiranten des Yoga haben die Lehrer natürlich einen gewissen Stellenwert, für Nicht-Yogis eröffnet sich vielleicht einfach nur ein interessanter Blickwinkel, eine gewisse Resonanz mit nachvollziehbarer und sinnstiftender Kraft.

Als Yogi Bhajan 1968 aus Indien in die USA einwanderte, bestanden seine ersten Schüler überwiegend aus Hippies, bestens vertraut mit bewusstseinsverändernden Substanzenund vermeintlicher Spiritualität. Folglich war Rauschgift von Anfang an ein wichtiges Thema, so dass 1973 das Institut „Superhealth“ auf Basis der Lehre von Yogi Bhajan  in Arizona [5] als Suchtklinik für Drogen, Alkohol, Nikotin andere Abhängigkeiten seine Pforten öffnete. Bereits 1978 war dieses Institut voll akkreditiert und gehörte gemessen an seiner Erfolgsquote zu den besten Einrichtungen dieser Art in den USA [6]. Nach inoffiziellen Berichten gaben sich dort Größen ausMusik- und Filmindustrie die Klinke in die Hand. Die grundsätzliche Einstellung eines Mannes, der nicht nur ein Kundalini Yoga-Programm gegen (Drogen-)Abhängigkeit entwickelt, sondern auch gleich eine Rehaklinik gegründet hat, bedürfte eigentlich keiner weiteren Erklärung. Was ist also das Problem?

 

Rausch

Der Wunsch nach Rausch hat auch in unserer Kultur einen festen Platz und eine lange Tradition. Einerseits drückt sich hier die menschliche Sehnsucht nach Transzendenz (Spiritualität) aus, die uns innewohnende Ahnung, „dass da noch mehr ist“ als die fünf Sinne wahrnehmen. Andererseits dient Rausch, von einer gewissen sozialen Komponente abgesehen, in unterschiedlicher Form natürlich als Stressbewältigungsstrategie und Alltagsflucht aufgrund innerer Leere. Beide Aspekte werden durch Rauschgift angesprochen, aber nach Yogi Bhajan sehr unvorteilhaft bedient, weil sich die Langzeiteffekte als kontraproduktiv erweisen. Die Alltagsflucht ändert weder etwas am Alltag noch am persönlichen Umgang noch am individuellen Bewusstsein, was letztlich zu einer regelmäßigen oder sogar permanenten Flucht führen kann. Dann spricht man von Sucht. Dem Suchenden ist alles andere als gedient, das gewünschte Ziel wird verfehlt. Auch gilt es als gesichert, dass regelmäßiger Drogenkonsum die Alltagskompetenzen verringert, sich für die Problemlösung als denkbar ungeeignet erweist, mit großer Wahrscheinlichkeit die Probleme aber verstärkt.

Drogen machen dich inkompetent und impotent, soll Yogi Bhajan regelmäßig gesagt haben.

Und die Spiritualität? Einige Rauschgifte ermöglichen möglicherweise [7] kurzzeitig die Illusion transzendenter Erfahrungen, aber die Psyche kann diese Erlebnisse nicht halten und integrieren, was zu massiven Störungen führen kann, Stichwort drogen-induzierte Psychose.  Außerdem bleiben das Problem der Abhängigkeit, sprich Sucht, und der reduzierten Alltagstauglichkeit bestehen. Alles Panikmache? Drogensucht ist keine Frage der Perspektive sondern ein reales Problem, kognitive und psychische Einschränkungen sowie reduzierte Alltagstauglichkeit durch Rauschgift sind mittlerweile wissenschaftlich und realweltlich mehr als bestätigt.

 

Fürsorgliche Toleranz

Bei aller Toleranz Yogi Bhajans seinen Schülern gegenüber, in der Dualität eigene Erfahrungenzu sammeln, bei diesem Themawar er zu Lebzeiten strikt. Aber, er wäre nicht ein großer Yogi, hätte er nicht eine andere Möglichkeit anzubieten, denn ein Verbot ohne Alternative ergibt keinen Sinn. Der versteckte Wunsch nach Transzendenz, Entspannung und Energiesteigerung zur Alltagsbewältigung – die Verführung zum Drogenkonsum – lässt sich auch auf natürliche Weise befriedigen.

Kundalini Yoga gibt den Menschen ihre eigene Kraft zurück, verleiht Disziplin, verändert die Chemie des Blutes, stimuliert das Drüsensystem und lehrt, sich zu entspannen.[8]

Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan gilt als das Yoga des Bewusstseins – ein natürliches „high“ ohne Nebenwirkungen, von gelegentlichem Muskelkater mal abgesehen.

Um es in aller Deutlichkeit zu sagen, Yogi Bhajan hat Kundalini Yoga nicht als Drogenrehabilitations- und Präventionsprogramm gelehrt, sondern als klassisches Yoga für Transzendenz bzw. Spiritualität, Energiesteigerung, Kreativität, Gesundheit, Entspannung, Gelassenheit, Harmonie, Wachstum und Lebensfreunde. Klassisches Yoga bietet eben weitaus mehr als Rückengymnastik und Haltungsturnen, es ist eine ganzheitliche Praxis für Körper, Geist und Seele. Was genau ist Yoga?

Yoga is the union of the individual’s unit consciousness with the Infinite Consciousness.“ – Yogi Bhajan (Yoga ist die Vereinigung des individuellen Bewusstseins mit dem unendlichen Bewusstsein).

Menschen mit Abhängigkeiten können diese wirkungsvolle Technologie zur Reparatur und Regeneration eben auch erfolgreich nutzen. Ein Parameter, der in der Diskussion über Drogen oft unbeachtet bleibt, weil die Medizin ihn schlecht messen kann, ist das Nervensystem, wobei Schäden durch Drogen hier außer Frage stehen. (Rausch-)Gifte schädigen den Körper, besonders Gehirn,  Nerven- und Drüsensystem, und rauben ihm so die Fähigkeit, mit den normalen täglichen Herausforderungen des Lebens umgehen zu können, was dann schnell zu permanenter Flucht sprich Sucht führen kann.

Empirisch tausendfach im Leben unterschiedlichster Menschen bereits erfahren, wächst aber auch der wissenschaftliche Corpus über Yoga/Meditation und bestätigt die heilsame Wirkung dieser alten Wissenschaft für Gehirn, Drüsen- und Nervensystem sowie allgemeine Vitalität. „Meditation fördert Klarheit im Denken und Kundalini Yoga liefert die Disziplin zur Umsetzung.“[9] Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan ist weder Ersatzdroge noch Suchtverlagerung. Selbst die UNO empfiehlt mittlerweile Yoga als System zur körperlichen, mentalen und geistigen Entfaltung[10] ,die Harvard Medical School auch, besonders gegen Stress[11].

Fokus der Ausführungen liegt auf substance abuse und addictive behavior, also Substanzmissbrauch und abhängiges Verhalten gleich welchen Ursprungs, denn nicht nur bei Drogen ist die körperliche Belastung ein Problem, sondern vor allem der Verlust der Autonomie und Selbstwirksamkeit durch die psychische Sucht. Hier greift der yogisch-meditative Ansatz ganzheitlich.

In einem Vortrag hatte Yogi Bhajangesagt, dass cocain user („Koksnasen“) keine Gotterkenntnis erlangen könnten, auf die Frage, ob dieses Problem korrigierbar sei, sagte er:

“Yes. Breath of Fire and Sa-Ta-Na-Ma Meditation are the fundamental techniques which can correct and cure any situation. Half an hour of Breath of Fire will help those who have sniffed cocaine even to the point of bursting their noses, and it will also help those who have done much worse things than cocaine. It’s no big deal.“[12]

(Ja, Feueratem und SaTaNaMa-Mediation [KirtanKriya] sind die grundlegenden [Yoga] Techniken, mit denen solche Situationen korrigiert und geheilt werden können. Eine halbe Stunde Feueratem wird denen helfen, die Kokain geschnupft haben bis ihre Nasen explodiert sind, und es wird auch denen helfen, die viel schlimmere Sachen als Kokain genommen haben. Es ist keine große Sache.)

Nach Aussage von Yogi Bhajan und in jahrzehntelanger erfolgreicher Praxis in der Superhealth-Klinik bedarf es im Durchschnitt 3 Jahre disziplinierter Yoga Praxis mit unterstützender Diät, um Auwirkungen durch substance abuse zu überwinden, aber vor allem Körper und Geist zu regenerieren und für ein selbstbestimmtes Leben in Zukunft zu stärken.

 

Rauschgifte

Für Yogi Bhajan gab es keinen Unterschied zwischen harten und weichen, natürlichen oder synthetischen Drogen, für ihn war alles Rauschgift (obwohl es das Wort im Englischen nicht gibt, „poison“, Gift, wäre dicht dran), stattdessen hat er sehr früh die unterschiedlichen Mechanismen biochemischer Art und Auswirkungen auf Körper und Psyche der verschiedenen Rauschgifte aufgezeigt, teilweise der medizinischen Forschung um Jahrzehnte voraus, wie man es von einem „Yogi“ erwartet. Besonders Cannabis stufte er als viel gefährlicher ein, als es den meisten Menschen bis heute nachvollziehbar erscheint und hielt den Mythos, Marihuana sei ungefährlich (oder gar gesund), für einen fatalen Irrglauben.

Exemplarisch und vereinfacht sollen hier einige Aussagen Yogi Bhajans über die Gefahren von Drogen aufgeführt werden[13]&[14]&[15]&[16]:

  • Alle Drogen beeinträchtigen Organe, Gehirn, Nerven- und Drüsensystem.
  • Alle Drogen stören Aura, Chakras und Energiefluss im Körper.
  • Alle Drogen machen dem Körper Stress und kosten Kraft. [AdV:„postuse down“]
  • Alle Drogen verursachen toxische Belastungen und Ablagerungen im Körper.
  • Alle Drogen stören eine normale Funktion und Kommunikation der Gehirnhälften.
  • Alle Drogen fördernmentale, psychische oder emotionalen Störungen.
  • Alle Drogen erhöhen die Chance, verrückt („insane“) zu werden.
  • Alle Drogen führen zu Nicht-Realität, das Gegenteil von Bewusstsein.
  • Alle Drogen reduzieren Empfindsamkeit, Urteilsvermögen und Selbstkontrolle.

 

  • Kokain unterdrückt das parasympathische Nervensystem (AdV: „ständig unter Strom“).
  • Kokain kann die Hypophyse schädigen, schon bei einmaligen Gebrauch.
  • Kokain begünstigt eine blown out (ausgebrannte) Hypophyse (AdV: „cokebrain“).
  • Kokain reduziert Kommunikationsfähigkeit, Fingerspitzengefühl, Takt, Mitgefühl.
  • Kokain kann zu aggressivem Verhalten, Paranoia und Wahnvorstellungen führen.
  • Kokain reduziert Intuition und geistiges Wachstum.
  • Kokain vermittelt ein trügerisches Gefühl von Unbesiegbarkeit und Hybris.
  • Kokain erhöht die Gefahr von Schlaganfällen und Herzinfarkten.
  • Kokain begünstigt Atemwegserkrankungen.

 

  • Marihuana beeinträchtigt die Hirnfunktionen, wie ein Motor ohne Öl (Ojas, s.u.).
  • Marihuana stört die Zirkulation von Rückenmarksflüssigkeit (Liquor).
  • Marihuana reduziert den Testosteron-Level.
  • Marihuana reduziert Gehirnleistung für Motivation und Erinnerungsvermögen.
  • Marihuana zerstört Nervenzentren in der Wirbelsäule.
  • Marihuana produziert Gefühle von Angst und Paranoia.
  • Marihuana reduziert Lungenfunktion und Sauerstoffaufnahme.
  • Marihuana beeinträchtigt die graue Substanz im Gehirn (Intelligenz & Erinnerung).
  • Marihuana unterdrückt das Immunsystem.

 

 

Haltung

Yogi Bhajans Haltung zu Rauschgift war eindeutig und kompromisslos: das Zeug ist gefährlich und kann schon bei einmaligem Konsum irreparablen Schaden anrichten. Allerdings hat er als weiser Lehrer seinen Schülern niemals den Drogenkonsum direkt verboten, das wäre sowohl ein Eingriff in den freien Willen, als auch pädagogisch fragwürdig, aber er hat schon sehr ausführlich und nachdrücklich die Auswirkungen und Konsequenzen von Rauschgift aufgezeigt. Entscheiden muss das jeder Mensch selber. In diesem Sinne soll die vorgetragene Position der Information für bewusste Entscheidungen dienen.

Die Warnungen in Yogi Bhajans Lehre zum Thema Rauschgift basieren auf folgenden drei Ebenen und werden mit drei Originalzitaten illustriert.

  1. Individuelle Gesundheit

Yogi Bhajan: „Der wichtigste Grund, keine Drogen zu nehmen ist, eine Beziehung zu deinem höheren Bewusstsein herzustellen und die Würde der eigenen Autonomie zu leben.“[17]

 

Hier werden die offensichtlichen Aspekte von Rauschgift angesprochen: Einerseits die unmittelbaren medizinischen Auswirkungen und Komplikationen vor allem für Gehirn Nervensystem und Bewusstsein, andererseits das wichtigste Problem: die Sucht, denn Sucht bedeutet Verlust der Autonomie, der eigenständigen Verhaltenssteuerung und Selbstwirksamkeit, und in Folge auch der Verlust der eigenen Würde. Darüberhinaus verursachen Drogen psychische Störungen, z.B. Psychosen, die mitunter auch das Ende eines selbstbestimmten Lebens bedeuten. Wer möchte freiwillig die Kontrolle über sein Leben verlieren?

Auf persönlicher Ebene darf man sagen, Rauschgift(-konsum) zerstört Körper und Psyche, Familien, Karrieren, Betriebe, soziale Netzwerke, also die offline Version, Nachbarschaften, Gemeinden und letztlich ganze Gesellschaften.

Aus dieser Überlegung folgt die nächste Ebene.

  1. Gesellschaft

Yogi Bhajan:

„Die Chinesen haben Opium genommen und ihre Zivilisation verloren.

Die Inder haben Marihuana genommen und ihre Zivilisation verloren.

Die Ägypter benutzten Peyote und andere Kräuter und sie haben ihre Zivilisation auch verloren.

Die Griechen und Römer haben ihre Zivilisation durch Alkohol verloren.

Die USA haben alle (diese Substanzen).“[18] [Deutschland auch, A.d.V.]

 

Auszüge des Originalvortrages „Drugs andKundalini Yoga don’t mix! Drugs haveruinednations“ von Yogi Bhajan auf Englisch: https://www.3ho.org/yogi-bhajan/yogi-bhajan-q/drugs-and-kundalini-yoga-dont-mix .

 

Diese Aussage regt gerade im Hinblick auf die Legalisierungsdebatte zum Nachdenken an.

  1. Mythos Bewusstseinserweiterung

Yogi Bhajan: „LSD öffnet die Chakras und Zentren im Gehirn, die dafür noch nicht bereit sind, und dann werden sie nicht wieder vernünftig geschlossen. Yoga muss sie verschließen. […] Marihuana beeinträchtigt die „Ojas“ [Lebenssäfte, A.d.V.] für das Gehirn. Alle Drogen sind eine Vergewaltigung des Körpers. Sie stimulieren bestimmte Zentren, die noch nicht bereit sind, stimuliert zu werden. Du hast es nicht verdient, also must du irgendwann den Preis dafür zahlen.“[19]

In anderen Worten: Mühelose Bewusstseinserweiterung durch Rauschgift ist eine Illusion und fordert einen hohen Tribut von Körper und Geist – sagt der Yogameister.

Über Marihuana sagte Yogi Bhajan, es beeinträchtigte Ojas, was er über keine andereDroge gesagt hat. Was also verbirgt sich hinter diesem Konzept und warum ist das in diesem Zusammenhang so wichtig?  Ojas ist ein Sanskrit-Begriff aus dem Yoga und dem Ayurveda und bedeutet in etwa Lebenskraft oder –saft, Stärke und Vitalität. Ojas ist kondensierte Energie entweder durch Nahrung und Verdauung oder durch umgewandelte Sexualenergie und wird für energetische Prozesse insbesondere geistiges Wachstum (Vergeistigung, Intelligenz und Kreativität) benötigt. In seiner lebenspraktischen Art erklärte Yogi Bhajan das anhand eines Motors: das Gehirn ist der Motor, Ojas ist das Öl. Marihuana blockiert den Fluss von Ojas ins Gehirn und verursacht dort eine Austrocknung, es kommt zu Störungen, einer Überhitzung, vielleicht sogar einem Kolbenfresser. Ohne Ojas keine spirituellen Fortschritte, weniger Intelligenz und Gehirnleistung. Auch wenn Ojas kein Begriff aus der Medizin und im MRT nicht sichtbar ist, so konnten Intelligenzminderungen einerseits und ungünstige, im Medizinsprech „auffällige“, strukturelle Veränderungen im Gehirn durch Cannabis andererseits medizinisch verschiedentlich nachgewiesen werden (siehe unten). Steht Ojas im Körper insgesamt vermindert zur Verfügung, entsteht allgemeines Ungleichgewicht und es kommt zu Krankheiten.

Um die Ernsthaftigkeit seiner Aussage zu unterstreichen, sagte Yogi Bhajan ein Jahr später auf einem Vortrag „Yoga gemischt mit Drogen und viel Sex ist schlecht und die Leute können ausflippen, wenn die Zentren auf diese Weise geöffnet werden[20].

Wir merken uns:

  • Yoga und Drogen – keine gute Idee
  • Drogen und Sex – keine gute Idee
  • Yoga, Drogen und Sex – absolut keine gute Idee

Was bleibt? Yoga und Sex…

Nach meiner Erfahrung und Einschätzung gehören viele der vermeintlichen „Kundalini-Erweckungen“ in diesen Bereich. Zumeist junge Menschen experimentieren mit Yoga/Meditation, Drogen und Sex in einer unvorteilhaften Mischung und machen eine unerfreuliche Erfahrung, die sie dann mit youtube Videos über die Gefahren von Kundalini verarbeiten. Mit Kundalini Energie hat das jedoch nur in den seltensten Fällen zu tun. Leider ist damit niemandem gedient: den Betroffenen geht es nicht besser und anderen Menschen macht es vermutlich unnötig Angst. Ja, Sex kann die Kundalini stimulieren, das wird in den (roten und schwarzen) tantrischen Lehren exploriert, nicht im Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan, und Drogen haben einen Einfluss auf die Energie und Chakras im Körper, deshalb warnt Yogi Bhajan einerseits so ausdrücklich vor Drogen und hat andererseits Kundalini Yoga als besseren Weg gelehrt und empfohlen.

 

Andere Suchtmittel

Eine genaue Analyse der Lehre Yogi Bhajans in Sachen Ernährung und Gesundheit zählt auch Kaffee (und andere stark stimulierende Getränke, auch die mit bunten Tiernamen) zum Warenkorb des Verzichts. Logischerweise gehört Zucker, die beliebteste Droge überhaupt, auf die Liste des reduzierten Genusses, und ist in Maßen sicherlich akzeptabel, auch wenn Übergewicht und Diabetes zum gesamtgesellschaftlichen Problem heranwachsen. Schon in den 70er Jahren, vor dem Aufkommen der Diät- und Light-Welle, warnte Yogi Bhajan vor übermäßigem Zuckerkonsum, nicht nur im Hinblick auf Übergewicht, sondern weil Zucker die Durchblutung und damit die Versorgung von Zellgewebe beeinträchtigt[21].  Wie wär’s also mit Kundalini Yoga?

Natürlich gibt es auch Alkohol- und Nikotinsucht. Ein tägliches Feierabendbier hat noch keinen Handwerksbetrieb ruiniert, der nikotinsüchtige Zahnarzt kann am Patienten immer noch hervorragende Arbeit leisten. Was ist also der Unterschied zu Rauschgift? Beim kiffenden Handwerker und dem koksenden Arzt haben die meisten Menschen wohl spontan ein mulmiges Gefühl im Bauch – alles nur Klischee und Vorurteil?

Zu Nikotin hat Yogi Bhajan gesagt, es sei ein fieses Zeug, es bringe dich eben nur langsamer um[22]. 121.000 Todesfälle in Deutschland durch Rauchen im Jahr 2013 geben ihm Recht[23]. Über 74.000 Tote durch Alkohol im Jahr 2015 erscheinen uns irgendwie gesellschaftlich akzeptabel[24]. Dagegen wirkt die Zahl von 1333 Drogentoten[25] in 2016 geradezu erstaunlich gering. Unter der Annahme, dass weit weniger Menschen harte Drogen mit Todesfolge einnehmen als Tabak oder Nikotin, muss man eine drastisch höhere Mortalität bei Rauschgift unterstellen. Der geschätzte gesamtwirtschaftliche Schaden durch Rauchen und Alkohol beträgt in Deutschland über 50 Mrd.[26] Euro pro Jahr[27] je nach Berechnung. Warum sind Saufen und Rauchen also erlaubt und „Kiffen“ verboten? Doch eine berechtigte Frage?

Yogi Bhajan: „Drugs make you dumb, dull and insensitive

(Drogen machen dich dumm, dumpf und unsensibel, gefühllos, instinktlos).

Validierung und Evidenz von Yogi Bhajans Einschätzung von Drogen erfolgt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter unten.

 

Prävention

Bevor hier nun die Hatemails mit dem klassischen Einwandeintrudeln „Boah, Ey, Alter, Saufen und Rauchen ist erlaubt, aber Kiffen ist verboten, voll krank, ey“. Ja, genau, das ist die Gesetzeslage in Deutschland, richtig erkannt, deshalb zwei Anmerkungen. Einerseits wissen wir, dass Kiffen[28] (Rauschgift insgesamt), besonders bei Jugendlichen höchstgefährlich ist, weil es wahrscheinlich irreparable kognitive Entwicklungsstörungen verursacht (sprich macht blöd). Auch bestätigen aktuelle Forschungen das alte Ergebnis einer Studie des schwedischen Verteidigungsministeriums aus den 90er Jahren (online nicht zu ermitteln), dass Marihuana bei jungen Menschen die Chance auf eine Psychose bzw. Schizophrenie verdoppelt (externer Link). Deshalb ist Kiffen verboten. Andererseits gehören für Yogi Bhajan auch Alkohol und Nikotin zu den zu meidenden Rauschmitteln. Alkohol ist ein Zellgift und Nikotin ist ein Nervengift. Unwillkürlich kommt dieser alte Spruch mit Pest und Cholera in den Sinn.

Eine Debatte, was schlimmer ist, gehört hier nicht her und ist aus meiner Sicht keineswegs zielführend. Wir haben schon gravierende Probleme in Deutschland mit legalen Rauschmitteln, deren schädliche Wirkungen ausreichend erforscht sind, das heißt eben nicht, dass wir den Katalog zwecks Gleichbehandlung erweiternsollten.

Wie gesagt: Entscheiden muss das jeder Mensch selber, unter Berücksichtigung aller Konsequenzen. Hippe Youtube Videos von möglicherweise passionierten Kiffern über die Vorzüge von dope ermöglichen wahrscheinlich keine gute Aufklärung. Selbst Deutschlands medialer Ober(physik)lehrer Harald Lesch bekleckert sich in seinem YT Video über Cannabis nicht gerade mit Ruhm, Objektivität oder Sachverstand, ist schon der Titel missverständlich: „Wie gefährlich ist Hanf?“[29] Nun, Hanf an sich ist mal völlig ungefährlich, z.B. unterm Dach als Wärmedämmung, als Fasermaterial in Papier und Kleidungsstücken oder als Öl im Salat. Klassisch tappt er in die Falle, Alkohol (und Nikotin) seien ja viiiiel gefährlicher, ergo „Hanf“ würde zu unrecht verboten und verteufelt. Allerdings ist Lesch aktives Mitglied der Grünen und die fordern eine Rauschgift-Legalisierung. Hanf, weil ungefährlich, ist übrigens schon legal in Deutschland – zu Recht.

 

Medizin

Keine Erörterung über Drogen wäre vollständig, ohne den segensreichen Einsatz verschiedener Opiate in der Medizin zu erwähnen, sei es bei chronischen Schmerzen, Krebs oder in der Palliativversorgung. Aber. Erstens soll hier nichts legalisiert werden– seit 2017 ist der Gebrauch medizinischen Cannabis in Deutschland legal–und zweitens handelt es sich um medizinische Sonder- und Extremfälle. Auch der medizinische Einsatz von Cannabis in bestimmten Fällen scheint oberflächlich für die Patienten eine Alternative, allerdings lässt sich der Hype als Wundermittel bisher nicht wissenschaftlich bestätigen[30]. Hier sind offenbar Wunsch und Hoffnung Vater des Gedankens.

Yogi Bhajan hat den medizinischen Einsatz von Marihuana in bestimmten Extremfällen, massive Verdauungsstörungen und Schmerzen, durchaus akzeptiert[31]. Betonung: der medizinische Einsatz unter Abwägung von Risiken und Nutzen, denn auch medizinisch genutztes „Grass“ wird nicht plötzlich harmlos, soll heißen, alle potentiellen Gefahren wie Nerven- und Gehirnschädigungen, sowie vor allem die nachgewiesenen psychischen Störungen durch Cannabis[32] bleiben erhalten, ungeachtet, ob der Anwender schon krank ist oder nicht.Wie andere Medikamente auch, z.B. Kortison, hat eben auch medizinisches Cannabis unerwünschte Nebenwirkungen. Hier sind dann bewusste Entscheidungen auf individueller Basis gefragt.

Nach allen hier präsentierten Informationen kristallisiert sich die Erkenntnis, die Finger von Rauschgift gleich welcher Art zu lassen, ist yogisch gesehen eine gute Idee. Ergibt eine (Teil-)Legalisierung oder auch nur eine Debatte darüber noch Sinn?

 

Nachsatz zu Teil I:

Mitmenschen mit einer gewissen Affinität zu Drogen oder einer überdurchschnittlichen Toleranz für das Leid der Welt fühlen sich durch das Wort „Rauschgift“ eventuell gestört, angesprochen oder schlichtweg „angepiekst“. „Konservativ, reaktionär, intolerant, moraliner Besserwisser, religiöser Eiferer“ – was weiß ich.

„Drogen“ suggerieren eine gewisse Verharmlosung, geradezu Verniedlichung. Diesen Umstand verdanken wir möglicherweise den transatlantischen Taktgebern, existiert das Wort „Rauschgift“ im Englischen nicht. Früher beschrieb „narcotics“ (Betäubungsmittel) diese Produktgruppe, irgendwann nannte man das Zeug dann nur noch „drugs“ (Drogen), wobei aber eben auch pharmazeutische Medikamente als „drugs“ bezeichnet werden. Die Mischform aus Drogerie und Apotheke nennt man in den USA drugstore. Fast als wäre da eine geniale Werbeagentur am Werk gewesen. Der semantische Unterschied bestand dann nur noch in dem Zusatz „illegal“, also illegal drugs, wie im Deutschen, illegale Drogen.

Selbst mit dem Zusatz „illegal“, so als wären Drogen eigentlich OK und das Prädikat „illegal“ stellte das eigentliche Problem dar, verkennt der Begriff doch die biochemische Tragweite dieser Substanzen. Um diese eigentümliche Spielart dreht es sich in Teil II. Wer also spontan an Neusprech aus George Orwells 1984 denkt, hat wahrscheinlich eine heiße Spur, denn eine peace keeping misson (Friedensmission) wird durch das semantische Umdeuteln nicht weniger militärisch, brutal und desaströs als ein „Krieg“. Die Bevölkerung im Irak kann davon ein Lied singen, oder in Afghanistan, oder in Somalia. Oder. Oder. Oder. Korruption und Bestechungsgelder sind neuerdings „Spenden“, „finanzielle Zuwendungen“, „Entscheidungshilfen“, Motivationsangebote usw. Und unangenehme Fakten werden als fake news verlacht. Pech, wenn die Emissionswerte der Autohersteller nicht mit denen vom Kraftfahrtbundesamt übereinstimmen, deshalb müssen die nicht gleich falsch sein. Willkommen im postfaktischen Zeitalter des Neusprech, jeder hat nicht nur ein Recht auf seine eigene Meinung, sondern auch ein Recht auf seine private Realität.

Nun, die Substanzen, die wir hier analytisch behandeln sind biologisch, chemisch, anatomisch, psychiatrisch, (gesetzlich) und sozialmedizinisch Rausch-Gifte, da besteht keinerlei Diskussionsbedarf, auch wenn einige das vielleicht nicht hören wollen und das völlig unabhängig von Yogis Bhajans Ausführungen – mehr dazu in Teil II.

Der „Rausch“ durch ein Glas Rotwein (oder eine Flasche), einen doppelten Espresso oder eine Familienpackung Bio-Schoko-Eis ist unstrittig ein anderer, als durch einen joint, einen bong hit oder härtere Sachen. Darauf müssten wir uns als Diskussionsgrundlage schon einigen, sonst bleiben wir auf postfaktischen Inseln ohne Kontakt und Austausch.

Yogi Bhajan hat wiederholt bekundet, ob jemand Drogen nehme, sei ihm persönlich völlig schnuppe (mir auch)

I’m not asking you not to use them, but you shall never be you again.“(Ich bitte dich nicht darum, keine Drogen zu nehmen, aber du wirst niemals wieder du selbst sein),

solange er sich über die Konsequenzen bewusst ist und keinen falschen Illusionen hingibt, zum Beispiel eine chemisch beschleunigte Bewusstseinserweiterung erwartet.

 

Teil II – Die weltliche Perspektive

Die nun folgenden Überlegungen gehen weit über die Position Yogi Bhajans hinaus, oder eben auch nicht? In diesem Teil nutze ich die Begriffe Cannabis (das Blatt), Marihuana (die Blüte), Haschisch (das Harz) ebenfalls synonym; alles kommt von der Pflanze Hanf, die als Nutzpflanze auf eine über 4000 Jahre alte Geschichte zurückblickt und an sich sehr vielseitig, nahrhaft und THC-frei ist. Von Hanf-Öl im Salat wird man nicht „high“ und Hanf-Protein ist aufgrund seiner Aminosäurenkombination bei Sportlern sehr beliebt – ebenfalls rauschfrei. Bei Vegetariern und Veganern sind Hanfprodukte nicht nur als Fleischersatz hoch im Kurs, große Drogerieketten verkaufen hanfhaltige Müsli-Riegel und Wärmedämmung auf Hanfbasis sei anderen Stoffen überlegen heißt es. Hanf als gesunde Nutzpflanze ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – rauschfrei. Warum auch nicht.

Da die Drogendiskussion in Deutschland ein wenig festgefahren scheint, beide Lager beharren stur auf ihrer Position, hilft vielleicht ein Perspektivenwechsel unter Berücksichtigung eines weisen Mannes aus Indien. Die logische Argumentation und die rationalen Argumente sowie aktuelle Forschungsergebnisse weisen deutlich in eine Richtung.

 

Legalisierung?

Der Bergiff „drug culture“, Drogenkultur, entstand in den 60ger Jahren durch die Hippies und die aufkommenden Rauschgiftverbreitung in USA. Intellektuelle weisen als Erklärung gern darauf hin, dass die Menschen nach den Grauen des Zweiten Weltkrieges, den gegenwärtigen Grauen des Vietnamkrieges und der permanenten Bedrohung eines nuklearen Holocaust im Kalten Krieg einen Ausweg und einen Coping-Mechanismus für die triste Realität suchten. Alt-Hippies beschwören hingegen, dass es sich damals nur um spirituelles Suchen mittels „high“ gehandelt habe. Nun, wie bereits erwähnt gab es Rauschgift(-probleme) bereits in unterschiedlichen Kulturen in unterschiedlichen Epochen. Sogar ein gewisser Sigmund Freud hatte sich rund 100 Jahre früher vergeblich für die flächendeckende Nutzung von Kokainals Medikament (u.a. für hysterische Frauen)[33] eingesetzt. Auch die Grauen des Krieges waren nicht neu. Und vermutlich ist der Wunsch nach Transzendenz so alt wie die Menschheit.

Trotzdem hat sich die Sicht auf Drogen maßgeblich verändert. Sprach man in meiner Jugend noch von „Rauschgift“, mit der Assoziation zu Rattengift, und zwang die Schüler zur Lektüre von Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo[34] als Schocktherapie gegen Drogen, insbesondere Heroin, so hat sich das Grundverständnis scheinbar komplett gewandelt. Als Säule unserer Kultur hatte Hollywood einen gewissen Anteil. Filme wie French Connection mit einem eher kritischen – und vermutlich realitischen – Blick auf Drogenkonsum und -handel wurden von Erfolgsserien wie Miami Vice – teure Häuser, Boote, Autos, elegante Klamotten und knappbekleidete Frauen gekoppelt an einen arbeitsfreien Party-Lifestyle durch drug money– abgelöst.

Oder auch die preisgekrönte Erfolgsserie Breaking Bad sei hier exemplarisch erwähnt, in der ein sympathischer und krebskranker Chemielehrer notgedrungen wie „zufällig“ zum Drogenmogul avanciert und dabei über Leichen geht. Als Sympathieträger durchläuft Mr. White zwar eine charakterliche Entwicklung, überlebt den Krebs, aber die Drogenkarriere zerrüttet seine Familie und kostet ihn letztlich das Leben – alles sehr menschlich und nachvollziehbar, er wollte ja nur seine Chemotherapie bezahlen und seine Familie finanziell abgesichert wissen. Auch Whites tragischer Geschäftspartner Jesse übersteht seinen exzessiven Drogenkonsum, besonders Crystal Meth[35], unrealistisch gut, es ist eben eine Fernsehserie, die muss unterhalten. Moral: Finger weg von Drogen? Offenbar teilen Anti-Drogen- und Anti-Kriegsfilme das gleiche Schicksal, sie dürfen nicht zu brutal, düster und realistisch sein, dann will sie keiner sehen und die Kasse stimmt nicht, somit fällt der Anti-Aspekt unter den Tisch[36]. Kinematographische Alltagsflucht – Hollywood als Ersatzdroge mit Nebenwirkungen?

Einerseits werden Drogen jeglicher Art, vor allem Koks und Grass, wie selbstverständlich in vielen Filmen konsumiert und akzeptiert. Andererseits wird der amerikanische Traum vom schnellen, einfachen und großen (!) Geld durch Drogen plötzlich zum allgegenwärtigen Thema medial inszeniert[37]: Hauptsache reich, egal wie. Drogen heißen jetzt Drogen und nicht mehr Rauschgift, Designer-Drogen, Party-Drogen, eine semantische Umdeutung im großen Stil hat stattgefunden. Den Gipfel erreichte die Einführung des Begriffes „recreational drugs“, also etwa „Entspannungs- oder Freizeitdrogen“, zum dem Yogi Bhajan sagte:

Recreational drugs is an oxymoron,they neither re–create nor create – they destroy[38].

Eine direkte Übersetzung des Wortspiels ist unmöglich, sinngemäß übersetzt: Entspannungsdrogen sind ein Widerspruch in sich, denn sie entspannen nicht, sie zerstören; etwas kreativ könnte man sagen “Freizeitdrogen sind ein Widerspruch in  sich, sie machen weder frei noch geben sie Zeit – sie zerstören“.

In Deutschland fallen diese Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz, weil sie betäuben und so eine falsche Erleichterung vorgaukeln, mit teilweise gravierenden Konsequenzen. Irgendwie wird uns flächendeckend suggeriert, diese Betäubungsmittel seien cool, hip, lifestyle, allgegenwärtig und nicht gefährlich, es fehlt also nur noch die gesellschaftliche Akzeptanz durch eine Legalisierung.

 

Von Rauschgift über Designer-Drogen zur Legalisierung?

Warum also überhaupt eine gesellschaftliche Debatte über Legalisierung – hat sich der wissenschaftliche Kenntnisstand seit den 60ern verändert? Ja, wir wissen heute genauer als früher, wie schädlich das Zeug ist, wie es biochemisch wirkt und welche sozio-ökonomischen Auswirkungen mitsamt Kriminalität es produziert hat – nicht hätte oder könnte, hat. Alleine die Tatsache, dass sich der THC-Gehalt in Cannabis heute um das 3- bis 6-fache gegenüber früher erhöht hat, spricht Bände[39] – das romantische Grass der 60er ist eine Illusion, genau wie der Effekt von damals, Ausstieg und „Stinkefinger“ für das  Establishment. Alles, was bleibt, ist eine Selbstschädigung mit sozialen Konsequenzen.

Auffällig in der politischen Arena bleibt, dass die Argumente für eine Legalisierung in der Regel monetärer Art sind: reduzierte Kosten für Strafverfolgung und ein Rückgang der Beschaffungskriminalität, sowie ein Preisverfall bei den Drogen am „Markt“ bei gleichzeitig gesteigerter Qualität und Steuereinnahmen in ungeahnter Höhe für den Staat. Klingt wie ein Selbstgänger – fast zu schön, um wahr zu sein. Nebenbei würde sich die organisierte Kriminalität wie von selbst auflösen, weil ihr das Geschäftsmodell entzogen wäre. Unwillkürlich möchte man fragen, was diese Legalisierungsbefürworter wohl geraucht haben.

Die Entkriminalisierung von Drogensüchtigen und Hilfe bei der Überwindung ihrer Krankheit ließe sich, wie es derzeit schon passiert, auch ohne eine Legalisierung erreichen. Wie eine Legalisierung die Zahl von Drogensüchtigen und –toten reduzieren würde, bleibt im Rauch der Tüte vernebelt. Aber offenbar geht es doch nur ums Geld, munkelt es schon von einer Hanf-Lobby und Milliardenumsätzen mit Cannabis-Produkten. Wobei gegen Hanf als nachwachsendeNutzpflanze grundsätzlich absolut nichts einzuwenden ist.

Das Hauptargument für die Legalisierung von Cannabis scheint immer noch zu sein, dass Marihuana „gesünder“ oder zumindest weniger schädlich als Alkohol sei. Zwei wichtige Fragen drängen sich auf

  1. stimmt das und
  2. wer hat ein Interesse an der Verbreitung dieser Meinung?

Auch ohne Rekurs auf Yogi Bhajan deutet selbst die aktuelle wissenschaftliche Faktenlage darauf hin, dass die erste Frage mit Nein beantwortet werden muss (und die Frage mit Pest und Cholera bleibt). Höchstinteressant fände ich eine Antwort auf die zweite Frage – doch schon eine Lobby? Nun, offenbar entsteht irgendwo zwischen entspannten Hanffreunden, frustrierten Polizisten, profigierigen Konzernen und fehlinformierten Politikern ein immenser Druck zur Verharmlosung und Legalisierung von Cannabisprodukten – mehr dazu in Teil III.

 

Der offizielle Sachstand zu Cannabis

Auszug aus der Publikation „CaPRis – Cannabis Potential und Risiken, eine wissenschaftliche Analyse“– eine Meta-Analyse aus weltweit über 2000 Studien zu Cannabis –von der Webseiteder Bundesdrogenbeauftragtenim Januar 2018:

 

Gehirn und Kognition

Die aktuelle Forschung zeigt, dass ein regelmäßiger und häufiger Cannabiskonsum die Hirnleistung und insbesondere das Gedächtnis verschlechtern kann. Abhängig vom Konsumverhalten zeigen sich zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen bei der Lern- und Erinnerungsleistung, aber auch negative Auswirkungen auf andere kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Problemlösen und Denkleistung. Auswirkungen auf die Intelligenz wurden nicht in allen Studien bestätigt.

[AdV: Intelligenzminderung„nicht in allenStudien bestätigt“, heißt aber grundsätzlich vorhanden – Kiffen macht doch dumm?]

Die kognitiven Funktionsdefizite scheinen jedoch umkehrbar zu sein, wobei derzeit noch unklar ist, ob und nach welcher Zeit der Abstinenz die Symptome wieder vollkommen verschwinden. […]

[AdV: also umkehrbar, aber unklar, ob und wann?]

Bildgebende Verfahren zeigen unterdessen, dass sich bei Langzeitkonsumenten das Gehirn in seiner Arbeitsweise und seinem Aufbau verändern kann. Inwieweit sich diese Auffälligkeiten wieder zurückbildenkönnen, ist bisher unklar.

[AdV: doch unheilbare Gehirnschädigung durchs Kiffen?]

Erkrankungsrisiko für psychische Störungen

Die Studienlage zeigt: Cannabis ist ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen. In der Regel sind immer mehrere Risikofaktoren an der Entstehung einer psychischen Störung beteiligt. Die Substanz Cannabis kann jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an einer bestimmten psychischen Störung zu erkranken, besonders wenn sie über lange Zeiträumeregelmäßig verwendet wird.

Am deutlichsten ausgeprägt ist das erhöhte Krankheitsrisiko bei Psychosen: Bei gelegentlichem Konsum ist es um das 1,4- bis 2-fache erhöht, bei intensivem Konsum steigt das Risiko je nach Studie auf das 2- bis 3,4 fache an. Cannabiskonsumenten erkranken in der Regel rund 2,7 Jahre früher an der psychotischen Störung und haben einen ungünstigeren Krankheitsverlauf. Werden die Patienten abstinent, unterscheidet sich die Rückfallquote jedoch nicht mehr von Patienten, die nie Cannabis konsumiert haben.

Unter Cannabis treten häufiger zum ersten Mal manisch-depressive Symptome auf, wie sie bei bipolaren Störungen beobachtet werden. Das Risiko hierfür ist dreimal so hoch wie bei Nichtkonsumenten. Auch die Erst-Diagnose „bipolare Störung“ erhalten mehr Menschen, wenn sie Cannabis konsumieren, als wenn sie es nicht tun. Abhängig vom wöchentlichen oder nahezu täglichen Konsum steigt das Risiko dafür um den Faktor 1,4 bzw. 2,5.

Cannabis erhöht das Risiko fürAngststörungen und Depressionen. Je nach Intensität des Konsums erhöht sich das Risiko für Depressionen um den Faktor 1,3 bis 1,6, und zwar auch bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren. Bei Angststörungen sieht es ähnlich aus. Studien berichten von einer Risikoerhöhung um den Faktor 1,3 bzw. 1,7. Allerdings zeigt sich hier: Das Risiko für eine Angststörung verdoppelt sich auf den Faktor 3,2, wenn Jugendliche schon vor dem 16. Lebensjahr beginnen, dann jahrelang wöchentlich Cannabis konsumieren und eine Abhängigkeit vorliegt.“[40]

Das klingt zwar wissenschaftlich recht neutral, aber insgesamt doch gar nicht so gut, wenn die Fachbegriffe Psychose, Angststörung,  manisch-depressiv bzw. bi-polar und Depression mit Inhalt gefüllt werden. Regelmäßig tritt ein weichgespültes Leisetreten im Bezug auf Rauschgift auf, quasi als müssten sich offizielle Stellen bei den Drogenkonsumenten für die schlechten Nachrichten entschuldigen und die desaströsen Auswirkungen von Dope herunterspielen – bloß nicht zu deutlich werden.Alleine eine Cannabis-Anhängigkeit reicht, um einem Menschen massiv das Leben zu versauen. Dabei wird Marihuana dochgrundsätzlich eine so entspannende Wirkung nachgesagt[41].Bemerkenswert hingegen der Hinweis, dass strukturelle Hirnschädigungen bei Cannabiskonsum durch bildgebende Verfahren nachgewiesen werden konnten. Bei Meditation ist nämlich das Gegenteil der Fall: positive Hirnveränderungen können ebenfalls durch bildgebende Verfahren bestätigt werden.

Doch auch körperliche und soziale Nachteile weist die CaPRis-Studie (nicht nur die) bei Cannabiskonsum nach:

„Neben den bereits erwähntenVeränderungen auf das menschliche Gehirn erhöht ein chronischer Cannabiskonsum das Risiko für Atemwegserkrankungen. Das Risiko für Lungenkrebs oder Tumore im Kopf-Hals-Bereich scheint dagegen nicht erhöht zu sein. Zu anderen Krebserkrankungen ist die Datenlage zu dünn, um das Krebsrisiko beurteilen zu können. Eine Ausnahme ist Hodenkrebs, der eher bei jüngerenMännern auftritt. Insbesondere für Mischtumore des Hodens, sogenannte Nicht-Seminome, konnte ein signifikanter Zusammenhang zum Cannabiskonsum gezeigt werden. Bezüglich Herz- und Gefäßerkrankungen liegen keine ausreichenden Daten für die Auswirkungen eines chronischen Cannabiskonsums vor.

Cannabiskonsum während der Schwangerschaft kann Risiken für Mutter und Kind bergen. Während die Schwangeren selbst ein erhöhtes Risiko fürAnämien (Blutarmut) haben können, steigt durch den Cannabiskonsum die Gefahr fürEntwicklungsstörungen des Fötus. Die Kinder kommen dann mit einem geringeren Geburtsgewicht zur Welt und sind öfter auf intensivmedizinische Maßnahmen angewiesen. Einzelne Studien deuten außerdem darauf hin, dass auch die spätere Entwicklung dieser Kinder in bestimmten kognitiven Bereichen beeinträchtigt sein kann und sie selbst schon im frühen Jugendalter Cannabis konsumieren. Allerdings ist hierzu die Studienlage nicht ganz so eindeutig.

Psychosoziale Folgen

Menschen, die häufig Cannabis konsumieren, brechen öfter die Schule ab, besuchen seltener eine Universität und haben seltener akademische Abschlüsse als ihre nicht konsumierenden Altersgenossen. Der geringere Bildungserfolg zeigt sich vor allem, wenn Jugendliche über Jahre hinweg viel Cannabis konsumieren und schon vor dem 15. Lebensjahr damit begonnen haben. Zu anderen psychosozialen Folgen wie soziale Auffälligkeiten, Straffälligkeit oder die weitere ungünstigepersönliche, familiäre und wirtschaftliche Entwicklungen liegen unzureichende Daten vor. Diese ernstzunehmenden Hinweise sollten weiter untersucht werden.“[42]

Yogi Bhajans Credo, Marihuana (Drogen insgesamt) mache inkompetent und impotent einerseits, dumm, dumpf und unsensibel andererseits, erfährt nach 50 Jahren wissenschaftliche Bestätigung. Man beachte ferner, Atemwegserkrankungen, Gehirnschädigung, Hodenkrebs (eine generelle DNA-Schädigung durch Cannabis wurde offenbar nicht untersucht), Einschränkung von Bildungs- und Berufserfolg, soziale Nachteile sowie Entwicklungsstörungen für den eigenen Nachwuchs gehören vermutlich auch alle in den Nachteilkatalog von Alkohol- und Nikotin-Missbrauch. Wie Kiffen also „gesünder“ als Rauchen oder Saufen sein soll, bleibt nüchternen Menschen verborgen.

 

Ob Kanada sich einen Gefallen mit der Legalisierung von Marihuana getan hat, bleibt abzuwarten, das Gesetz ist zum diesem Zeitpunkt noch nicht verabschiedet, klar ist jetzt schon: Business[43] über alles, vermutlich auch vor gesundem Menschenverstand. Wenn dieses Thema also über Masse entschieden werden soll, dann erhält dieser alte Witz neue Bedeutung: „Leute esst mehr … Kuhfladen, 100 Milliarden Fliegen können nicht irren“. Etwas vornehmer drückt es Johann Wolfgang von Goethe aus:

„Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder geprediget wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

Historisches

Ein klassisches Argument für eine Legalisierung lautet „Prohibition“, also die Zeit des versuchten Alkoholverbotes der 1930er Jahrein den USA – Al Capone und Elliott Ness kommen einem sofort in den Sinn. Die Prohibition als abstinente Zeit ist kläglich gescheitert, begünstigte die Entstehung mafiöser Strukturen und lieferte den Grundstock phantastischer Vermögen bei den berüchtigten Gangsterbossen, Capone, Meyer Lansky, Luciano, Siegel et.al. – die Geschichten sind bekannt. Allerdings gibt es bei dieser Darstellung in Bezug auf Drogen einen historischen Haken:

„Anfänglich war das Geschäft mit dem Rausch noch legal. Erst gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts kam es infolge der moralischen Empörung von liberalen und protestantischen Eiferern in Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu staatlichen Verboten von Heroin und Kokain. Diese Verbote führten zum Erstarken mafiöser Organisationen, welche rasch die Gewinnchancen des nunmehr illegalen Handels erkannten. In den Vereinigten Staaten ging die jüdische Mafia voran, erst gefolgt, dann im Bunde mit der italienischen Cosa Nostra. Daneben tummelten sich korsische und chinesische Syndikate, die bald alle weltweit operierten. Erst mit italienischem Faschismus und infolge des Zweiten Weltkriegs kam es fast zu einem Erliegen des Drogenhandels, doch genau an diesem Punkt begann sich das Rad der Geheimdienste zu drehen.“[44]

Die Drogenprohibition hatte also schon viel früher begonnen, die Alkoholprohibition war möglicherweise nur die Fortsetzung eines erfolgreichen Geschäftsmodells. Schlicht gesagt, die Alkoholprohibition scheiterte damals am Widerstand und Ungehorsam der amerikanischen Bevölkerung. Ob der enorme Drogenkonsum in den USA heute einen ähnlichen Widerstand bedeutet oder einfach nur als Hinweis auf fundamentale gesellschaftliche Probleme verstanden werden muss, bleibt zu klären. Viel wegweisender hingegen erscheint die Frage, ob flächendeckender Konsum wirklich als gutes Argument für eine Legalisierung akzeptiert werden sollte. Interessant zu beachten, dass, laut der zitierten Quelle, der weltweite Drogenhandel mit Ende des zweiten Weltkrieges praktisch zum Erliegen kam. Der Artikel führt weiter aus:

Anders als die amerikanischen Syndikate waren die Korsen indes so patriotisch, bis in die frühen siebziger Jahre darauf zu verzichten, die Bürger des eigenen Landes zu beliefern.Dafür sorgte die Strenge der Regierung von Charles de Gaulle. Die Amerikaner hingegen verloren bald jede Kontrolle. In Südvietnam stritten in den sechziger Jahren Rauschgiftclans, welche die GIs mit preisgünstigem Heroin versorgten, um die Macht in Saigon.“[45]

Offenbar spielen hier doch andere Faktoren eine Rolle, als ein paar Aussteiger-Hippies und kriegstraumatisierte Vietnam-Veteranen. Auch Märkte werden geschaffen, denn was nicht vorhanden ist, wird auch nicht konsumiert – logisch[46].Wir können uns noch lebhaft an die öffentlichen Massendemonstrationen für mehr Koks Anfang der 80er Jahrein den USA erinnern… und Drogen sind ein Milliardengeschäft, meistens steuerfrei.

 

Aktuelles

Vermutlich das Argument für eine teilweise Legalisierung, zumindest aber Hinweis auf ein massives Problem, ist die unbestreitbare Tatsache, dass der sogenannte War on Drugs gescheitert ist.

Der illegale Handel mit Opium und Kokain nimmt nach Angaben der Vereinten Nationen deutlich zu. So hat nach längerem Rückgang die Anbaufläche für die Koka-Pflanze in Südamerika in den vergangenen Jahren um 30 Prozent zugelegt. Dies geht aus dem aktuellen Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen (UN) hervor.“[47]

Mit (militärischer) Gewalt lässt sich das Problem offenbar nicht lösen, nicht angebotsseitig[48]. Oder es fehlt die Einsicht, dass der Drogenhandel immense Summen auf allerlei anonyme Konten der relevanten Entscheidungsträger in verschiedensten Steueroasen spült, denn Geld regiert bekanntlich die Welt – plomo o plata[49]. Gleichzeitig fehlt augenscheinlich weltweit der politische Wille im Lichte von Panama Papers und anderen „Leaks“, gegen diese illegalen Zahlungsströme und Vermögenvorzugehen – follow the money hat schon bei der Terrorbekämpfung Erfolge erzielt. Gangsterboss Capone wanderte schließlich wegen Steuerhinterziehung in den Knast.

 

Der Markt macht’s?

Ein weiteres Merkmal der Legalisierungsdebatte ist die rein ökonomische Sichtweise: Freies Spiel der Kräfte des Marktes oder staatliche Regulierung – die alte Frage kommt zurück: ist es gesellschaftlich zielführend, das Rauschgiftproblem als „Marktgeschehen“ sich selbst zu überlassen, oder brauchen wir eine andere Lösung? Marktversagen (Fehlallokation) ist ein akzeptiertes Phänomen in der Volkswirtschaftslehre und bedarf einer Regulierung von außen – die Finanzkrise lässt grüßen. Völlig unbeachtet bleibt bei der ökonomischen Perspektive allerdings die menschliche Dimension, die Todesopfer, die Süchtigen, das Verbrechen, die Zwangs- und Beschaffungsprostitution, die betroffenen Kinder, Familien, das gesamte Leid, auch eben von Menschen, die sich nicht freiwillig entscheiden, Drogen zu konsumieren, z.B. Witwen von ermordeten Polizisten oder Politikern!

„Auf diesem Markt suchen sich Produzenten Mittel und Wege, um die Konsumbedürfnisse weltweit zu befriedigen. Polizeiliche Maßnahmen greifen da stets nur kurze Zeit. Wo immer ein Drogenzar verhaftet oder getötet wird, stehen die Nachfolger bereits bereit. Je intensiver und aufwendiger der Drogenkrieg geführt wird, umso größer sind die Gewinnspannen und das Handelsvolumen der Drogenkartelle. Diese zentrale These von McCoys Untersuchung mag irritieren, aber sie ist empirisch plausibel. Schon deshalb sollte man über Alternativen nachdenken, die das Buch freilich nicht bietet.“[50]

Einschränkend sollte beachtet werden, dass es sich hier um die Rohstoffe für harte Drogen (Kokain und Heroin) handelt, die meines Wissens niemand legalisieren will. Marihuana hingegen wächst sogar auf Indoor-Plantagen, egal wo auf der Welt. Wer, wo, wie genau weltweit mit Drogen handelt, ist ein interessantes Thema für einen anderen Beitrag, aber eine Frage sei abschließend gestattet: Wenn die amerikanischen (und  andere…) Geheimdienste seit 9­-11 tatsächlich die globale Kommunikation überwachen, sprich abhören, wieso können sie dann angeblich nichts gegen den Drogenhandel unternehmen? Und: die Produktion von Kokain und Heroin benötigt spezielle Chemikalien, die weder über die Dorfapotheke noch den lokalen Supermarkt zu beziehen sind – da kann man nichts machen? Die Story von den gegen die Drogenflut machtlosen Behörden klingt bei genauerer Betrachtung insgesamt doch wenig überzeugend.

Die USA verfügen über die technischen Möglichkeiten, Terrorverdächtige, fragwürdige Fabriken und sonstige Ziele in jedem Winkel der Welt mit Drohnen oder Marschflugkörpern punktgenau und satellitengesteuertzu attackieren, –was sie völkerrechtswidrig auch regelmäßig beweisen – aber bei Drogen versagt seltsamerweise die gesamte Infrastruktur der größten Militärmacht. Da die USA der größte Drogenkonsument der Welt sind, in Schulen und Großstädten ist das bereits ein echtes Problem und ein offenes Geheimnis, könnte man hier durchaus von nationaler Sicherheit sprechen. Stattdessen soll gegen illegale Einwanderer, die im Südwesten der USA nachweislich einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsleistung erbringen, eine Mauer gebaut werden. Gut, vielleicht hilft die Mauer zufällig auch gegen illegale Drogen, aber das Ziel der Mauer sind in erster Linie Mexikaner. Menschen, nicht Drogen. Vielleicht ist es einfach nur an der Zeit, die Strategie im Krieg gegen die Drogen zu überdenken – vorausgesetzt, ein Siegeswille ist vorhanden.

In diesem Zusammenhang schlug die Meldung wie eine Bombe ein, wurde dann als volkspädagogisches Projekt genau so schnell wieder medial begraben, als im Herbst 2000 Kokainspuren auf den Toiletten im deutschen Bundestag gefunden wurden – ein Rätselraten begann.

Wunder gibt es immer wieder. So etwa den mysteriösen Umstand, dass die Reichstagstoiletten laut Hausverwaltung ein- bis zweimal pro Tag gereinigt werden und sich dennoch 22-mal Kokainspuren orten ließen.“[51]

Nicht auf den Besuchertoiletten wohlgemerkt[52].

Auch am Umgang mit Politikern, die mit illegalen Drogen erwischt werden, Grünen-Abgeordneter Volker Beck beispielsweise hatte Crystal Meth in der Tasche[53], lässt sich viel ablesen, versucht doch ein Schreiberling im Freitag Beck mit den Worten zu verteidigen

Wer etwas gegen die Gefahren von Crystal Meth unternehmen will, soll aufklären, Hilfsangebote schaffen – und die Konsumenten bemitleiden statt zu kriminalisieren. Und wer Beck kritisieren will, soll sich seine politischen Positionen vornehmen und mit Argumenten kommen. Und nicht mit einer Moralkeule, die sich bei näherer Betrachtung in Luft auflöst.“[54]

Wenn ein Politiker also eine liberale Drogenpolitik propagiert und dann mit hartem Rauschgift gegen bundesdeutsche Gesetze verstößt, ist das moralisch in Ordnung, weil er grundsätzlich „für“ Drogen eintritt. Die Vorbildfunktion von Bundestagsabgeordneten haben wir schließlich schon mit der Causa Guttenberg abgeschafft. Irgendwie wabert da wieder diese fatale Fehleinschätzung mit, Drogen seien nicht das Problem, sondern deren Verbot und die Kriminalisierung der User. Wie könnte Volker Beck besser vor den Gefahren von Rauschgift warnen als mit seinem eigenen Karriereende durch ebendiese – nur war das bestimmt nicht seine Intention. Aufklärung und Legalisierung widersprechen sich grundsätzlich. Außerdem versagt das Projekt Aufklärung schon bei den legalen Suchtmitteln.

 

Die logische Konsequenz – Legalisierung?

Folgt man der gängigen Argumentation, dass es sich hier um einen Markt für ein Produkthandelt, Cannabis, das „gesünder“ als Alkohol oder Nikotin ist und der Staat sowieso nicht eingreifen kann oder gar soll, dann lautet die logische Konsequenz Legalisierung. Da Logik nichts über die Realität sagt, sondern nur über Verknüpfungen und Schlussfolgerungen, Logik an sich aber als ultima ratio gilt, also „logischen Argumenten muss man folgen“,stellen wir fest, dass die Prämissen, Annahmen, dieser Argumentation falsch oder zumindest nicht eindeutig geklärt sind. Rein logisch ist damit auch die Schlussfolgerung Legalisierung „falsch“, sprich unlogisch. Wir sehen glassklar: Logik hilft hier bedingt weiter. Viele Menschen verwechseln in Alltagsgebrauch logisch, d.h. folgerichtig, und rational, d.h. vernünftig, denn die Legalisierung von Drogen als rational zu bezeichnen, erscheint an diesem Punkt weder folgerichtig noch vernünftig. Die Befürwortung der Legalisierung scheint eher der Weg des geringsten Widerstandes zu sein, eine utopische Lösung aller damit verbundenen Probleme und eine Kapitulation vor dem status quo, der Welt, wie sie ist, wenn nicht gehässig unterstellt werden soll, dass bestimmte Akteure schlicht aus begrenztem Eigeninteresse oder finanzieller Motivation handeln.

Überträgt man die Marktlogik der Drogen auf das zweitlukrativste Geschäft auf dem Planeten, Menschenhandel (human trafficking[55]), werden neben dem logischen Fehlschluss sowohl rationale als auch ethische Mängel der Markt-Maxime deutlich. Sklaven(-handel) beobachten wir seit Beginn unserer Geschichtsschreibung – „hat es immer schon gegeben“, aber ist das ein gutes Argument? Vermutlich nur für Nichtbetroffene und Profiteure. Kurioserweise bleibt dieses Thema aus den Medien und damit aus dem öffentlichen Bewusstsein mit wenigen Ausnahmen ausgeblendet. Beim Menschenhandel, sprich Sklaverei, ein Produkt, das nach Angebot und Nachfrage beschafft und „konsumiert“ wird, fällt es leicht, keinen selbstorganisierenden Markt zu akzeptieren und ein staatliches Eingreifen zu fordern. Hier regelt sich nämlich nichts „von selbst“ – offensichtlich. Spätestens bei Kinderpornographie bricht die moralfreie Marktlogik offenkundig komplett zusammen und wir sind uns einig, dieses Freie-Markt-Gequatsche greift nicht für alles. Das Leben ist kein Markt und wir wollen in bestimmten Bereichen staatliche Regulation, Recht, Gesetz, Ordnung und Sicherheit. An dieser Stelle vertritt vermutlich niemand mehr die Meinung, man könne ja nichts tun, müsse Angebot und Nachfrage akzeptieren und diese Geschäftsfelder legalisieren und besteuern. Der Markt wird es schon regeln. Ernsthaft? Wir haben aktive Gestaltungsmöglichkeiten – und Verantwortung.

 

Denkfehler auch ohne Drogen?

Ein klassischer Denkfehler von Drogennutzern und -befürwortern geht etwa so:

  • Drogen sind gefährlich (polizeilich), weil sie verboten sind und deshalb interessant.
  • Folge: Drogen sind eigentlich cool und der dämliche Staat ist der Feind.
  • Also: Legalisierung.

Nennen wir diesen Denkfehler die Reaktanz-Hypothese.

Dabei verhält sich die Sache in unserer gemeinschaftlichen Realität offenbar eher so:

  • Drogen sind verboten, weil sie gefährlich (gesundheitlich) sind.
  • Folge: Drogen sind an und für sich uncool.
  • Also: Legalisierung bleibt eine blöde Idee.

Nennen wir diesen Ansatz die Realismus-Hypothese.

Diese Unterscheidung lässt die Legalisierungsdebatte in einem anderen Licht erscheinen. Das weitverbreitete Argument, der Staat würde Drogen verbieten, um seinen Bürgern die „Bewusstseinserweiterung“ zu blockieren (warum sollte „der Staat“ das tun?), nennen wir diesen Denkfehler einfach die Hippie-Hypothese, soll auch für eine Legalisierung sprechen. Die Illusion einer Bewusstseinserweiterung durch Drogen haben wir in Teil 1 aus yogischer Sicht umfassend behandelt. Auch wissenschaftlich zerstören Drogen je nach Art, Dosis und Dauer Gehirn und Bewusstsein, von einer Erweiterung kann keine Rede sein. Der böse Staat schützt formal seine Bürger.

Bemühen wir erneut die CaPRis-Studie:

„Cannabis ist keine harmlose Droge. Die evidenzbasierten Fakten zeigen: Cannabiskonsum erhöht das Risiko fürkörperliche und vor allem für psychische Störungen, kann zumindest vorübergehend die Hirnleistung beeinträchtigen und führt in jedem zehnten Fall zu einer Abhängigkeit. Gerade für Kinder und Jugendliche kann Cannabis gefährlich werden. Ein frühes Einstiegsalter, intensiver Konsum und Co-Konsum von Tabak wurden als besondere Risikofaktoren identifiziert. […]

Die psychosozialen Risiken von häufigem Cannabiskonsum wie vorzeitige Schulabbrüche und geringerer Bildungserfolg sind inzwischen empirisch belegt, auch liegen Hinweise für Risiken im sozialen Bereich vor. Aufklärung und Präventionsarbeit sind darum dringend geboten. Verstärkt sollte außerdem auf die besonderen Gefahren von synthetischen Cannabinoiden hingewiesen werden.“[56]

Kinder seien unsere Zukunft verkünden Politiker vollmundig, wahrscheinlich mit Blick auf die eigene Rente, aber was passiert, wenn unsere Kinder dank Cannabislegalisierung kollektiv breit, ungebildet und arbeitsunfähig werden?

 

Bei genauer Analysezeigen sich bei der Legalisierungsfrage folgende Spielarten:

  • sind Drogen so heimtückisch, dass sie verboten bleiben müssen?

Oder

  • sind Drogen so harmlos, dass sie legalisiert werden können?

Legalisierer vertreten die zweite Lesart, die Gegner die erste. Bei den harten Kalibern bedarf es wohl keiner Diskussion, wobei es auch Forderungen nach einer Legalisierung aller Drogen geben soll, bei Marihuana gehen die Meinungen auseinander. Nicht jeder Raver wacht am Montagmorgen in der Klinik auf und die wenigsten Einsteiger fallen nach dem ersten Joint tot um, sonst wäre die Frage schon geklärt. Aber von harmlos sind wir doch mittlerweile weit entfernt. Wie lösen wir das?

 

Irgendwie erinnert die Diskussion über die Legalisierung von Marihuana an die Debatte über Rauchen. Die Frage, ob Rauchen gesundheitsschädlich ist (Nikotin, Teer, vermutlich Gen-Schädigungen, usw.), war nach den ersten Labortests bereits in den 40er Jahren mit einem klaren JA beantwortet. Aber es hat dann noch rund 60 Jahre gedauert, bis allgemein akzeptiert wurde, wie schädlich es ist. Besonders das Passivrauchen[57] wurde massiv unterschätzt bzw. heruntergespielt, böse Zungen sehen hier das Werk der Tabakindustrie.

Nach leider nicht mehr zu belegenden Studien haben sich die USA angeblich in den 70er Jahren gegen ein generelles Rauchverbot entschieden, weil ein Raucher durch Steuerabgaben und früheres Ableben statistisch weniger kostet als ein Nichtraucher.  Ähnliche Überlegungen machen auch in Deutschland und Europa die Runde, wenn es um Rauchverbote oder zumindest Werbeverbote für Zigaretten geht. Bereits 1995 betrug der volkswirtschaftliche Schaden durch Rauchen umgerechnet 41,6 Mrd Euro[58], derzeit sterben in Deutschland über 120.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Tabakkonsums[59]. Aber Rauchen gilt nach wie vor als harmlos und vor allem cool, diese hysterischen Gutmenschen mit ihrer Spaßfeindlichkeit mal wieder, die gesundheitsschädlichen Auswirkungen seien wissenschaftlich (statistisch?) nicht zweifelsfrei bewiesen, hört man Raucher (Politiker und Lobbyisten?) gebetsmühlenartig wiederholen. Die Frage, was diese Menschen geraucht haben, beantwortet sich von selbst.

 

„US-Bundesstaaten führten in den 1990er Jahren zahl-reiche Schadenersatzprozesse gegen die Tabakindustrie. 1998 einigten sich 40 US-Bundesstaaten, der Districtof Columbia und fünf US-amerikanische Territorien mit der US-Tabakindustrie auf ein Master Settlement Agreement.[3] Im Hauptpunkt verpflichtete sich die US-Tabakindustrie, den Klägern während 25 Jahren mehr als 200 Milliarden US-Dollar zu leisten. Ebenfalls willigte sie ein, ihre Werbung nicht mehr an Jugendliche zu richten. Dafür verzichteten die Bundesstaaten auf die Einreichung weiterer Klagen.“[60]

In einem freiwilligen (!) Vergleich, d.h. kein Gerichtsurteil,aus 1998 verpflichtet sich die amerikanische Tabakindustrie, stolze 200 Milliarden Dollar Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz über 25 Jahrezu zahlen, um weitere (!) Klagen zu verhindern! Völlig harmlos das Zeug – warum war Rauchen nochmal erlaubt? Anmerkung: mit dieser Summe wäre der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland durch Rauchen über 25 Jahre nicht abgegolten. Auch erscheint bemerkenswert, dass die Tabakindustrie dieser enormen Summe zustimmt und dabei dann wohl immer noch satte Gewinne einfährt. Im Mittelalter nannte man das Ablasshandel. Lässt sich das auf Cannabis & Co übertragen?

Eine Neuauflage dieses Dramas stünde nun mit einer Cannabis-Legalisierung ins Haus. Legalisierer behaupten gern, dass man von Grass nicht sterben könne, selbst eine Überdosis sei unmöglich. Für diese Argumente fehlen jedoch sämtliche Langzeitstudien oder sonstige aussagekräftige Daten, schließlich „raucht“ man das Zeug meistens und mangelnde Todesfolge ist vielleicht auch nicht so überzeugend, geht es doch um Kosten und Leiden der sekundären Krankheiten, z.B. Psychosen und Sucht. Atemwegserkrankungen durchs Kiffen werden grundsätzlich ignoriert, vielleicht landet ein Kiffer mit Lungenkrebs sogar in der Raucher-Statistik, was dann wieder ein statistischer Beweis wäre, das Kiffen gesünder – ach, lassen wir das.

Eine Diskussion mit Rauchern über die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Nikotins erweist sich in der Regel als überflüssig, sie wollen es nicht hören – selbst nach über 70 Jahren Forschung und Erfahrung nicht[61]. Man erinnere sich an die heftigen Diskussionen zum Rauchverbot u.a. in Kneipen. Logik und Rationalität helfen hier nicht weiter, denn es fehlen jegliche rationale Gründe für den Nikotinkonsum: Rauchen kostet Geld, stinkt und fügt den Rauchern selbst und ihrer Umgebung Schaden zu. Diese Beobachtung bleibt in der öffentlichen Debatte aus vermeintlicher Höflichkeit oft unberücksichtigt. Überspitzt formuliert könnte man sagen, nun wollen die Kiffer ihr Hobby legalisiert haben und das ganze Spiel geht von vorne los.

 

Akzeptanz?

Weltweit geht die Zahl der Raucher erfreulicherweise zurück. Suchtforscher postulieren, dass hierbei der Imageverlust, die reduzierte Akzeptanz, in der Gesellschaft als ausschlaggebender Faktor zählt – „wie, du rauchst noch?“. Gesetze, Verbote, Steuern und Aufklärung helfen eher wenig. Denn, wenn es einen Nobelpreis für Marketing gäbe, müsste der praktisch jährlich an die Tabakindustrie für das unglaublich klevere Werk verliehen werden, Zigaretten mit Freiheit zu verkoppeln. Eine Illusion par excellence. Nichts an einer Zigarette mach „frei“, im Gegenteil, Abhängigkeit, sprich Nikotinsucht, macht unfrei, auch wenn sich die Raucher einreden, sie rauchten freiwillig, hätten das im Griff und wollten sich von niemandem Vorschriften machen lassen. Mit Nikotinstengeln zelebriert man schließlich seine aufgeklärte Freiheit und grundsätzliche Unabhängigkeit[62].Weiß doch jeder.

Damit wären wir bei dem wahrscheinlich wichtigsten Argument gegen eine Legalisierung von Cannabisprodukten, die gesellschaftliche Akzeptanz. Moralische Überzeugungen und soziale Ächtung haben historisch als gesellschaftliches Regulativ besser funktioniert als Gesetze. Wurde der Gauner früher von der Obrigkeit nicht erwischt, hatte er Glück, wusste das ganze Dorf um seine Missetaten, konnte er seine Koffer packen. Ursprung unserer Gesetze sind neben Kant vor allem die 10 Gebote aus der Bibel, soll heißen, was man nicht macht, war auch verboten. Alle Jahre wieder kommen Manager und Politiker in die Schlagzeilen, die moralisch ins Klo gegriffen, aber offiziell gegen keine Gesetze verstoßen haben (und sich damit dann auch noch verteidigen…) – „Abzocke“beim Gehalt wäre ein Beispiel. Der allseits bemängelte Moralverfall ist ein anderes Thema.

Im Umkehrschluss gelten gesetzlich erlaubte Handlungen als gesellschaftlich akzeptabel. Hier kommt dem Souverän, also uns, eine besondere Rolle zu, nämlich per Gesetz festzulegen, was wir als erlaubt und akzeptabel deklariert haben wollen. Im Gegensatz zu den biblischen Geboten kommen Gesetze in der Bundesrepublik nämlich nicht aus dem Himmel, sondern teilweise aus privaten Anwaltskanzleien mit angeblichen Lobbyverbindungen. Gesetze sind auch grundsätzlich nicht alternativlos, sondern gestalt- und veränderbar. Wenn ein begrenzter Personenkreis, nennen wir sie mal die Kiffer, seine Aktivitäten legalisiert haben möchte, um einerseits straffrei und andererseits gesellschaftlich akzeptiert weiter kiffen zu können, dann muss der Gesetzgeber diesem Wunsch keineswegs nachgeben. Nur weil ich etwas will, heißt das nicht, dass ich es auch bekomme, die meisten erwachsenen Menschen haben das im Verlauf ihres Lebens gelernt. Übertragen wir diese Argumentation wieder auf Kinderpornographie oder Sklavenhandel, springt die Unlogik und Irrationalität der Position förmlich ins Gesicht[63].

 

Einigkeit und Recht und Freiheit heißt es in der deutschen Nationalhymne. An der Einigkeit arbeiten wir gerade, Recht haben wir untersucht, bleibt die Freiheit. Ein Recht auf selbstschädigendes Verhalten bedeutet Freiheit, so könnte man die Haltung der Legalisierer charakterisieren. Der Staat habe kein Recht, individuelle Entscheidungen zu beeinflussen, schließlich hat jeder mündige Bürger das Recht, über sein Geld, seine Handlungen, seine Gesundheit und letztlich sein Leben selbst zu entscheiden – die Freiheits-Hypothese. Da einerseits Volksmusik und Techno andererseits Alkohol und Nikotin erlaubt sind, hat der Staat offenbar kein Interesse, selbstschädigendes Verhalten grundsätzlich zu beschränken. Allerdings gibt es Parteien, die diesen Freiheitsansatz bis ins Absurde strapazieren, weil ein gesellschaftliches Zusammenleben ohne moralische Normen und formale Gesetze unmöglich wird, sprich den darwinistischen Dschungel oder Robinsons Insel kann keiner wirklich wollen. Und sowohl Moral als auch Gesetze bedeuten persönliche Einschränkungen. Das ist der Preis für die Teilhabe an einer zivilisierten Gesellschaft. Wer da nicht mitspielen will, nennen wir asozial. Anders ausgedrückt, nur Gesetze und Normen zu respektieren, die mir persönlich gefallen und einen Vorteil bescheren, Gesetze, die mir persönlich zum Nachteil gereichen, z.B. Halteverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen[64], zu ignorieren, geht gar nicht, ist keine zukunftsträchtige Lösung auf gesellschaftlicher Ebene. Erscheint banal offensichtlich, muss aber offenbar ab und zu mal wiederholt werden.

Ein Lieblingsargument der Legalisierer scheint die Freiheits-Hypothese zu sein: Ich kann machen, was ich will und ich lass mir nix verbieten[65]. Jain, siehe oben. Denn, wer kiffen will, kann das in Deutschland auf eigenen Wunsch, eigene Verantwortung und Gefahr machen. Um einer Minderheit Grass mit TÜV-Siegel und staatlich subventionierten Preis in der Apotheke zur Verfügung zu stellen, bedarf es keiner Legalisierung. Medizinisches Cannabis[66] bildet hier die Ausnahme analog zu anderen rezept- und apothekenpflichtigen Medikamenten. Besonders bei Jugendlichen richtet Cannabis Chaos im Gehirn mit möglicherweise irreparablen Kognitions-und Entwicklungsstörungen an, die negativen Konsequenzen einer Legalisierung für Aufklärung und Abschreckung unter Jugendlichen lassen sich nicht abschätzen. Das nennt man die (Jugend-)Schutz-Hypothese. Eine Altersfreigabe kann hier natürlich nicht die Lösung sein – mit 17 verboten, mit 18 erlaubt – bitte?

Ferner wäre eine grundsätzliche Legalisierung eine Form des Enabling für die Abhängigen und Suchtgefährdeten. „Enabling“, ein Begriff aus der Suchttherapie, heißt wörtlich „ermöglichen“ oder „befähigen“ und bedeutet die Unterstützung der Patienten in ihrer Sucht. Unter Therapeuten herrscht weitgehend Einigkeit, dass ein solches Vorgehen keine hilfreiche Strategie für die Süchtigen darstellt, mit anderen Worten, hilft nicht sondern verschlimmert nur. Kurioserweise taucht diese Tatsache in der öffentlichen Debatte sehr selten auf.

 

Aus der Praxis

Falls jemand im persönlichen Umfeld mal eine Drogenkarriere erlebt hat, vom ersten Joint über Sucht, Kriminalität, Prostitution bis hin zu Knast, Überdosis oder langsamer Tod auf der Straße, der Horror für die Süchtigen, aber auch Familie und Freunde, der kann ehrlich und mit gutem Gewissen niemals für eine Legalisierung gleich welcher Drogen eintreten. Auch das vernachlässigte Thema der drogeninduzierten Psychose[67]nimmt in der Debatte eine unangemessen untergeordnete Rolle ein. Vielleicht weil man den Menschen keine Angst machen will, aber warum nicht, es besteht nachweislich eine reale Gefahr. Natürlich gilt bei Rauschgift das gleiche Prinzip wie bei Alkohol und Nikotin: je mehr desto schlimmer, aber eine „Alkohol- oder Nikotin-Psychose“ zu bekommen, erfordert schon ausgesprochen massiven Konsum über lange Zeiträume, bei THC geht das offenbar schneller[68]. Besonders junge Menschen unterliegen hier der größten Gefährdung[69].

„Eine Psychose bezeichnet eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, bei denen die Erkrankten die Realität verändert wahrnehmen oder verarbeiten. Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig: Betroffene haben typischerweise Halluzinationen und/oder Wahnvorstellungen und/oder schwerwiegende Denkstörungen.

„Bei Menschen mit einer vorbestehenden Vulnerabilität, also Anfälligkeit für die Entwicklung von Psychosen, kann der vermehrte Konsum von Cannabis eine Psychose auslösen. Das Risiko erhöht sich offenbar, je jünger die Personen beim Erstkonsum sind“, berichtet Prof. Dr. Benno Schimmelmann von der Schweizerischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP) mit Sitz in Bern.“[70]

Folglich ist das Motto „ausprobieren, Spaß haben und Erfahrungen sammeln“ ein gegebenenfalls schlechter Ratgeber und für Drogenbeauftragte eine inakzeptable Position. Eine Psychose[71] gilt als schwere und wahrscheinlich unheilbare Krankheit, die Überwindung einer Drogensucht hat bessere Heilungschancen. Ähnlich einer Drogenkarriere im persönlichen Umfeld dient auch eine Drogen-Psychose als nachhaltig abschreckendes Beispiel, ein normales Leben ist wahrscheinlich vorbei.

Auch Berufsgruppen, die tagtäglich mit diesen Problemen konfrontiert sind, sehen das so: Ärzte, Psychiater, Rettungssanitäter, Polizisten, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, usw. Auch Ex-Junkies, also Menschen, die mit beeindruckendem Einsatz und Willensstärke erfolgreich ihre Sucht überwunden haben, verfluchen in der Regel den Tag ihres Erstkonsums und empfehlen niemandem diese Erfahrungen zur Nachahmung. Insgesamt sieht der hässliche Drogenalltag in Deutschland anders aus als die romantische „Kiffen ist gesünder als Alkohol“-Haltung. Selbst wenn die rein biochemisch wahr wäre, bleibt sie ein schlechtes Argument, weil man sich in diesem Fall nicht zwischen Pest und Cholera entscheiden muss, man kann auch nüchtern gut drauf sein, das muss man immer bedenken, schließlich man kann auf beides gut verzichten. In den Worten von Yogi Bhajan:

It’s my conviction that man can live free of drugs all the time, any time, but one has to choose for himself.“[72] (Es ist meine Überzeugung, dass der Mensch frei von Drogen leben kann, zu jeder Zeit und immer, aber jeder muss sich selbst dafür entscheiden.)

 

Wer Drogen nimmt, ist selber schuld?

An dieser Stelle können wir uns einigen, das es an Drogen insgesamt und Cannabis im Speziellen nichts zu verharmlosen oder zu verherrlich gibt. Studien belegen, „dass

„etwa zwei von drei Cannabisabhängigen … eine körperlicheAbhängigkeitssymptomatik (Entzugssymptome mit/ohne Toleranzbildung)“ […] entwickeln. So wird die Anzahl der Cannabisabhängigen in Deutschland auf etwa 250.000 geschätzt.“[73]

Selbst das Hanf Magazin meldet, dass in 2013 etwa 0,5% der Erwachsenen als cannabisabhängig galten, etwa die o.g. Zahl; ca 600.000 in der Regel junge Menschen hätten „Probleme“ (Sucht?) mit dem Cannabiskonsum[74]. Je mehr Abhängige desto eher ein Grund für die Legalisierung?

Jeder Mensch in Deutschland weiß, entweder intuitiv oder durch Schule und Gesellschaft, dass Drogen nicht nur ungesund sondern gefährlich sein können (gilt auch für Tabak und Alkohol…), wobei Illegalität und Knast das geringere Problem darstellen und für junge User offenbar keine Abschreckungskraft (mehr) aufweisen. Mit sehr wenigen Ausnahmen wird niemand zum Drogenkonsum gezwungen, peer pressure (Gruppenzwang) mal ausgeklammert, d.h. praktisch alle Entscheidungen basieren auf Freiwilligkeit. DAS ist das eigentliche Drama: Sie wissen nicht, was sie tun? Doch, zumindest vor dem ersten Joint noch.

Marihuana gilt als Einstiegsdroge, nicht von der Hand zu weisen, da hilft auch der Hinweis der Legalisier nicht, dass wenige Kiffer heroinabhängig werden, – Gott sei Dank –  aber wahrscheinlich die meisten hardcore Junkies mal mit Haschisch begonnen haben. Einstiegsdroge heißt Einstieg in den Drogenkonsum, nichts anderes.

 

Die sinkende Abschreckungswirkung der Illegalität durch eine Legalisierung zu vernichten erscheint wenig zielführend, wobei mittlerweile auch klar sein dürfte, dass „verboten“ kein gutes Argument GEGEN den Drogenkonsum ist. Einerschwerter Erwerb durch Verbote, skrupellose Dealer mit Kampfhund und Baseballkeule (ich liebe Hollywood-Klischees), also Gewalt als Abschreckung, erste Hürde und ein Appell an das Restgewissen der Jugend sollte beibehalten werden. Reichen aber offenbar nicht aus.

Kriminalität im Drogen-Milieu stellt ein ernstzunehmendes Problem, keine Frage, aber findet sich hier wirklich ein gutes Argument für die Legalisierung? Erstens kann keiner per Kristallkugel vorhersagen, wie sich Konsum und Kriminalität entwickeln, denn der Stoff wird schließlich nicht flächendeckend gratis verteilt (am besten in Schulen…), sondern wird weiterhin Geld kosten. Szenarien, die dann alles noch schlimmer machen, kann sich jeder auch ohne Tüte vorstellen (doch besseres Zeug vom Dealer, Anonymität, etc.). Oder man schaut am besten nach Uruguay, dem ersten Land mit einer totalen Legalisierung von Marihuana, wo einerseits passiert ist, was zu vermeiden wäre: Gesteigerter Konsum und andererseits die Dealer das Feld nicht kampflos räumen[75], komisch aber auch. Der Teufel steckt natürlich wie so oft im Detail, berichtet der zitierte Artikel doch, dass die meisten Apotheken in Uruguay sich an dem staatlichen Verkauf nicht beteiligen – aus Angst vor Überfällen. Oder weil die Drogenmafia doch besser zahlt? Von dem haarigen Detail, dass der Staat Geschäfte mit Verbrechern machen müßte, sehen wir aus moralischen Gründen mal ab. Moral ist ja so uncool heutzutage. Auch dürfte wohl klar sein, dass viel Gewalt inklusive Beschaffungskriminalität wegen harter Drogen auftritt, die nicht legalisiert werden sollen. Eine Legalisierung von Kokain, Heroin und Crystal Meth kommt wohl niemand ernsthaft in den Sinn, außer vielleicht einigen unverbesserlichen Alt-Hippies und bezahlter Lobbyisten südamerikanischer Kräuterliebhaber.

 

Ein Spiel dieses Artikels ist die logische Analyse, der Analogieschluss, also gestatten Sie mir folgendes Gedankenexperiment: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW steigt stetig, gleichzeitig sinkt die Aufklärungsrate, die Polizei sei sowohl ratlos als auch überlastet.Wenn wir also Wohnungseinbrüche legalisieren, hätte sich das Problem gelöst – ernsthaft. Wohnungseinbrüche finden eh statt, da kann man nichts machen, das ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Wenn man dieses Geschäftsfeld legalisiert und ordentlich besteuert, dann wird es der Markt schon richten, obendrein werden die Kosten für Straffverfolgung sinken und die Polizei hätte mehr Kapazitäten zur Verbrechensbekämpfung zur Verfügung, zum Beispiel um Dieselfahrer zu jagen, oder Automobilvorstände. Da Wohnungseinbrüche nicht mehr verboten wären, würden sich zumindest die jungen Gangster ein neues Betätigungsfeld suchen, denn ohne Verbot kein Interesse; Reaktanz eben. In Münster hätten wir da Fahrraddiebstähle anzubieten, sehr verboten, extrem beliebt. Wenn wir also Fahrraddiebstähle legalisieren… ok, Prinzip erkannt.

 

„Wer Drogen nimmt ist selber schuld“ spiegelt die generelle Einstellung vieler Vertreter aus den mit Drogen konfrontierten Berufsgruppen wieder, also diejenigen, die mit den verheerenden Folgen täglich zu tun haben. Verhindern kann man individuellen Drogenkonsum letztlich nicht, aber das heißt im Umkehrschluss auch nicht, dass man ihn gutheißen, vereinfachen, unterstützen oder fördern sollte. „Verantwortungsvoller Rausch“ ist ein Irrweg. Drogen bleiben Rauschgift, biochemisch und jenseits aller Statistik. „Mach was du willst, aber sei dir der Folgen bewusst.“ Das High jederzeit selber zu machen, ohne chemische Hilfe, das wäre ein Projekt. Suchtkranke brauchen und verdienen natürlich Unterstützung, das ist klar, mehr dazu in Teil III.

 

Gesundheitssektor

So tragisch die Todesopfer durch Alkohol und Tabak auch sind, das weitaus größere Problem gesellschaftlich stellen die lebenden Suchtkranken dar, bei Alkohol ca 1,8 Mio Menschen mit 7,4 Mrd Euro (unnötiger?) Belastung nur für das Gesundheitssystem[76], andere Quellen berichten von 40 Mrd. Euro Schaden nur durch Alkohol[77]. Beim Nikotin zählt man keine Süchtigen, nur Raucher insgesamt ca 25% der Bevölkerung, und die Todesopfer, wie gesagt ca 120.000 pro Jahr, und die Gesamtbelastung von rund 79 Mrd. Euro direkte Krankheitskosten[78]. Dem stehen lediglich 18,4 Mrd. Euro Steuereinnahmen durch Genussmittel, 3,2 Mrd. Euro für Alkohol und 14,2 Mrd. Euro Tabaksteuer, in 2016 entgegen[79], Krankenkassenbeiträge bleiben unberücksichtigt.

“Die Deutschen gaben 1996 83 Milliarden DM für Alkohol und Zigaretten aus und spülten damit 28 Milliarden Mark in die Kassen des Staates. Dabei entstand 1993 ein volkswirtschaftlicher Schaden von bis zu 170 Milliarden Mark (80 Milliarden durch Tabakkonsum und 70 Milliarden durch Alkoholkonsum).”[80]

Wieder so ein Spiel mit der Statistik, je nach Quelle und politischer Agenda tendieren die Zahlen rauf oder runter. Politik mit Statistik scheint nicht gut zu funktionieren, es werden Zahlen diskutiert, keine Probleme, Ursachen oder Lösungen. Statistik ist die Fortsetzung der Idiotie mit anderen Mitteln. Aber, warum nochmal waren Alkohol und Tabak nicht verboten oder zumindest höher besteuert? Wählerstimmen, Parteispenden oder Arbeitsplätze – Freiheit?

 

Die Erwartung, dass bei legalisiertem Cannabis andere Zahlen produziert würden, scheint komplett realitätsfern, schätzt man die Zahl der regelmäßigen Konsumenten auf bis zu 4 Mio[81], wobei hier teilweise Schätzungen von Legalisiern im Raum stehen, die mit einem hohen Konsumentenpotential offensichtlich die Legalisierung fördern und fordern wollen.

Nach DBDD-Survey aus 2015 haben etwa 14,4 Mio Erwachsene und 479.000 Jugendliche in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben illegale Drogen probiert[82]. Das ist eine Menge. Offiziell geht man von 0,9% der Erwachsenen in Deutschland als regelmäßige Drogenkonsumenten[83] aus, also etwa 500.000 Mitbürger, davon etwa 100.000 Heroinabhängige. Die Dunkelziffer kennt keiner. Problematisch an Statistik ist natürlich, dass sie kein gutes Argument liefert: Je mehr Menschen Drogen konsumieren, desto ungefährlicher wird der Stoff, weil immer weniger Menschen klar denken können? Im Gegenteil: Je mehr Menschen regelmäßig auf Droge sind, desto größer wird das Problem insgesamt. Eine Legalisierung von egal welcher Rauschgiftart erscheint in diesem Zusammenhang fragwürdig, denn eine Legalisierung würde die Zahl der Konsumenten und folglich die Zahl der Süchtigen vermutlich noch weiter erhöhen.

Soweit wir wissen hat Yogi Bhajan sich nie öffentlich zum Thema Legalisierung geäußert, obwohl er im Laufe seines Wirkens unterschiedliche Politiker bis hin zum Weißen Haus und der UN zu verschiedenen Themen beraten hat. Seine grundsätzliche Einstellung zu Drogen gleich welcher Art wird anhand der in Teil I präsentierten Zitate umfassend illustriert. Was Yogi Bhajan allerdings regelmäßig öffentlich betont hat, waren einerseits die schon erwähnten negativen Auswirkungen von Drogen auf Körper und Bewusstsein und andererseits die Selbstverantwortung jedes Menschen für die eigenen Entscheidungen, Handlungen, die eigene Gesundheitund das persönliche Umfeld. Wenn man also verstanden hat, was aus seiner Sicht Drogen sind und machen, erübrig sich die Frage nach einer Legalisierung – oder auch dem persönlichen Konsum.

 

Erstes Fazit 

Im Lichte der wissenschaftlichen und sozialen Erkenntnissen zu den desaströsen Auswirkungen von Rauschgift der letzten 60 Jahre, mutet es ein wenig seltsam an, überhaupt noch über freiwilligen Konsum oder gar den Sinn einer Legalisierung zu diskutieren, denn das Zeug an sich wird durch eine Legalisierung nicht weniger gefährlich, wahrscheinlichaber leichter zugänglich und billiger.

Ein Hauptargument für die Legalisierung lautet: weniger Kohle für die Drogenmafia. Das Argument klingt auf Anhieb plausibel, aber ökonomisch betrachtet könnte ein reduzierter Preis auch eine erhöhte Nachfrage und somit einen insgesamt höheren Absatz mit sich bringen. Irgendwo kommt die Ware schließlich her, denn das Zeug wächst nicht an der Nordsee. Über die Nachfrageeffekte der Legalität kann man nur spekulieren. Einen Konsumrückgang durch Legalisierung erwartet vermutlich niemand, zumindest nicht ernsthaft.

Ob eine Legalisierung dann auf magische Weise über Nacht gesamtgesellschaftlich einen verantwortungsvolleren Umgang mit Rauschgift mit sich bringt, erscheint eine eher realitätsferne Erwartung. In der Literatur spricht man hier von dem Reaktanz-Argument: die eher akademische Annahme, besonders junge Menschen konsumierten Drogen, weil sie verboten sind und eine Legalisierung würde den Reiz bzw. die Versuchung reduzieren. Hat das bei leichten Rauschmitteln wie Alkohol und Zigaretten schon funktioniert? Vielleicht sollten wir dann mal „Schule“ verbieten – nur so als Reaktanz-Experiment.

Als Darstellung Yogi Bhajans Einstellung zu Rauschgiftrunden wir diese Ausführungen mit einem eindrucksvollen Zitat ab:

Drugs make you an uncontrollable monster,“[85] (Drogen machen dich zu einem unkontrollierten Monster).

Vielleicht nennt man deshalb Cannabis (bzw. Drogen im Allgemeinen) in den USA umgangssprachlich „shit“.

 

VON PHILIPP VON DIETLEIN

Anmerkung: diese beiden Videos, Achtung, externer Link, liefen in den USA Ende der 70er Anfang der 80er Jahre als Anti-Drogen-Kampagne im Fernsehen. Angeblich wurden sie abgesetzt, weil sie a) zu „brutal“ und b) wissenschaftlich nicht „bewiesen“ seien. Schocktherapie war offenbar nicht erwünscht. Ob rationale Argumente und neutrale Aufklärung besser wirken? Wissenschaftlich „falsch“ waren die Grundaussagen der Videos weder damals noch heute. Entscheiden muss das mal wieder jeder Mensch selbst, wirkungsvoll erscheinen sie irgendwie schon.

https://www.youtube.com/watch?v=dAHoxaphbEs

Original: https://www.youtube.com/watch?v=3FtNm9CgA6U

https://www.youtube.com/watch?v=HvRf_3Bil0A

 

Quellangaben

[1] Deutsch: Kundalini Yoga und Drogen passen nicht zusammen.

[2]http://nellyangel.com/kundalini-yoga/yogi-bhajan-2/

[3]https://www.3ho.org/yogi-bhajan/about-yogi-bhajan/yogi-bhajans-contributions-world-peace

[4] Weitere Auszeichnungen gibt’s hier: https://www.3ho.org/yogi-bhajan/about-yogi-bhajan/yogi-bhajans-contributions-world-peace

[5]http://www.super-health.net/

[6] Dr. Muktha Kaur Khalsa, Healingaddictivebehavior, 2014, Seite5.

[7] es soll ja auch „Horror-Trips“ geben…

[8] Dr. Muktha Kaur Khalsa, Meditationsforaddictivebehavior, 2008, Seite 11.

[9] Ebenda, Seite 11.

[10]http://www.un.org/en/events/yogaday/

[11]https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/yoga-benefits-beyond-the-mat und https://www.health.harvard.edu/blog/yoga-could-slow-the-harmful-effects-of-stress-and-inflammation-2017101912588

[12]https://www.3ho.org/yogi-bhajan/yogi-bhajan-q/drugs-and-kundalini-yoga-dont-mix

[13] Dr. Mukta Kaur Khalsa, Healingaddictivebehavior, 2014, Seite 36-50.

[14]https://www.3ho.org/3ho-lifestyle/health-and-healing/kundalini-yoga-and-use-recreational-drugs

[15]https://www.3ho.org/3ho-lifestyle/health-and-healing/yogi-bhajan-lecture-life-free-drugs

[16]https://www.3ho.org/yogi-bhajan/yogi-bhajan-q/drugs-and-kundalini-yoga-dont-mix

[17]https://www.satnam.de/meditationen-gegen-abhaengigkeit-mukta-kaur-p-5284.html

[18]  Yogi Bhajan  in „Kundalini Yoga – theflowofeternal power“, Seite 99.

[19] Yogi Bhajan am 23. August 1972, in Relax &Renew, S. 132.

[20] Yogi Bhajan am 23. August 1973, in Relax &Renew, S. 134.

[21] Yogi Bhajan am 24. März 1974, in Relax &Renew, S. 166.

[22] Quelle Los Angeles Lecture 2. März 1993.

[23]https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html

[24]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-05/drogenbericht-dhs-drogen-konsum-deutschland

[25]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/403/umfrage/todesfaelle-durch-den-konsum-illegaler-drogen/

[26] „Die volkswirtschaftlichen Kosten [durch Alkohol] belaufen sich auf 26,7 Milliarden Euro in Deutschland. Zusammen mit den Kosten, die durch Tabaksucht verursacht werden, ergibt sich eine Summe von rund 50 Milliarden Euro. In dieser Summe finden sich neben Behandlungskosten der alkoholbedingten Erkrankungen auch die Kosten für Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Frühberentung und Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit wieder. Neben Alkohol ist das Rauchen das zweite große Suchtproblem in Deutschland.“ https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/50-milliarden-euro-schaden-alkohol-und-tabak-verursachen-volkwirtschaftliche-kosten/8016490.html

[27] Für 2013 berichtet die FAZ sogar von 60 Mrd. Euro laut AOK Fehlzeiten Bericht. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/suchtprobleme-alkohol-und-tabaksucht-kosten-60-milliarden-12541972.html

[28]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-12/marihuana-jugendliche-sucht und https://www.drugcom.de/topthema/topthema-archiv/topthema-interview-mit-dr-jockers-scheruebl-zu-cannabis-und-psychose/

[29]https://www.youtube.com/watch?v=FD1HikaELK4

[30]„Cannabis ist kein Wundermedikament“ http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/thc-in-der-medizin-cannabis-bei-tourette-und-krebspatienten-a-991956.html

[31]The only positive useofmarijuanaisthatitcanbeusedas a remedyforsevere digestive problemsandforpain“ aufhttps://www.3ho.org/yogi-bhajan/yogi-bhajan-q/drugs-and-kundalini-yoga-dont-mix

[32] siehe Teil II, oder direkt: https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/2_Themen/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten/6_Cannabis/Downloads/BMG_CaPris_A5_Info_web.pdf Seite 4-5.

[33]https://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/tid-15592/siegmund-freud-freud-als-drogen-guru_aid_437919.html

[34]https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_Kinder_vom_Bahnhof_Zoo

[35] Crystal meth gilt als eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, daher war es verständlich, dass die Storyline „High-School Lehrer produziert Meth“ zu einiger Kritik in den USA führte, was dem Erfolg der Serie jedoch keinen Abbruch tat.

[36] Da sich die meisten Menschen wohl lieber eine unterhaltsame Serie anschauen als eine Dokumentation über hässliche Drogenopfer und –gewalt, denken viele hinterher, dass das alles gar nicht so schlimm sei, die Hauptdarsteller waren ja so nett und irgendwie ging es gut aus.

[37] Kritische Filme wie Traffic finden sich in der Minderheit gegenüber Fun-Films wie Blow, hustle&flow, usw.; alte Klassiker wie Scarface oder düstere Werke wie New Jack City haben noch realistisches Potential, aber drogen- und vor allem geld-verherrlichende Streifen kommen auf: Drogendealer verdienen Respekt, weil sie erfolgreiche, gewiefte und vor allem reiche Geschäftsleute sind. Wirklich? Ein aktuelles Beispiel ist die Serie Narcos auf Netflix, die den Lebenslauf des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar fast sympathisch und respektvoll nachzeichnet. Escobar wurde beschuldigt, für den Tod von weit über 1000 Menschen verantwortlich zu sein, wie viele er eigenhändig umgebracht hat, bleibt ungeklärt. Laut Wikipedia hat Escobar schon in seiner Jugend Marihuana konsumiert, geschmuggelt und gedealt. Ein Erfolgsmodell für unsere Kinder?

[38] Yogi Bhajan  in „Kundalini Yoga – theflowofeternal power“, Seite 101.

[39]https://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/sucht-serie-weiche-drogen–harte-folgen-3218790.html und https://www.tagesspiegel.de/wissen/cannabis-weiche-droge-harte-folgen/8847696.html

[40]https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/2_Themen/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten/6_Cannabis/Downloads/BMG_CaPris_A5_Info_web.pdf Seite 4-5.

[41]https://www.spektrum.de/news/cannabis-wirkt-nur-in-kleinen-mengen-entspannend/1479661

[42]https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/2_Themen/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten/6_Cannabis/Downloads/BMG_CaPris_A5_Info_web.pdf Seite 6-7.

[43]http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/cannabis-legalisierung-in-kanada-und-das-grosse-geschaeft-15625163.html und http://www.faz.net/aktuell/finanzen/high-hoch-im-norden-15659824.html

[44]http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/alfred-mccoy-schreibt-ueber-die-cia-und-heroin-14185449-p2.html

[45]http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/alfred-mccoy-schreibt-ueber-die-cia-und-heroin-14185449-p2.html

[46] Bei Interesse: https://de.wikipedia.org/wiki/Barry_Seal_(Drogenschmuggler) und http://www.deutschlandfunkkultur.de/alfred-w-mccoy-die-cia-und-das-heroin-die-fatalen-irrtuemer.1270.de.html?dram:article_id=346824

[47]https://www.tagesschau.de/ausland/un-drogenbericht-103.html

[48] Für eine Größenordnung: „Laut EU-Drogenmarktbericht 2017 wurde zuletzt in Europa Cannabis im Schwarzmarktwert von neun Milliarden Euro, Heroin im Umfang von sieben Milliarden Euro und Kokain für 5,7 Milliarden Euro abgesetzt.“ https://www.tagesschau.de/ausland/un-drogenbericht-103.html  Anmerkung: 21,7 Mrd. € bei X % Mehrwert- und Ertragssteuern… die Legalisierungswünsche einiger Politiker werden klar. Aber woher wissen die das so genau?

[49] Blei oder Silber – Bestechung oder Tod, bekannt aus Mafiafilmen.

[50]http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/alfred-mccoy-schreibt-ueber-die-cia-und-heroin-14185449.html

[51]https://www.focus.de/politik/deutschland/reichstag-wie-kommt-koks-aufs-klo_aid_186802.html

[52]http://www.faz.net/aktuell/politik/reichstag-kokainspuren-auf-dem-klo-112178.html

[53]https://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-12/volker-beck-bundestag

[54]https://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/das-wahre-drogenproblem-von-volker-beck

[55]https://en.wikipedia.org/wiki/Human_traffickinghttps://de.wikipedia.org/wiki/Menschenhandel

[56]https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/2_Themen/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten/6_Cannabis/Downloads/BMG_CaPris_A5_Info_web.pdf Seite 11.

[57]http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/globale-studie-passivrauchen-fordert-jaehrlich-600-000-todesopfer-a-731234.html

[58]https://de.wikipedia.org/wiki/Tabakrauchen#Ökonomische_Aspekte

[59]http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-jeder-siebte-deutsche-stirbt-am-tabakkonsum-a-1142121.html

[60]https://de.wikipedia.org/wiki/Tabakindustrie#US-Regierung_gegen_US-Tabakindustrie_(1999–2010)

[61] Helmuth Schmidt sei schließlich auch über 90 geworden, ja, trotz Rauchens, nicht wegen und im Rollstuhl.

[62] Nicht nur bei Drogen gibt es Hollywoodmaterial, Thankyouforsmoking (gibt’s auf Deutsch) https://de.wikipedia.org/wiki/Thank_You_for_Smoking geht das Thema satirisch an und der Insiderhttps://de.wikipedia.org/wiki/Insider_(Film) basiert auf der erschütternden aber wahren Geschichte eines Whistleblowers der Tabakindustrie.

[63] Klarstellung: ich möchte Cannabis inhaltlich nicht mit Kinderpornographie gleichsetzen, das wäre unfair, es geht hier lediglich um die formalen Argumentationsschemata.

[64] Willkürlich gewähltes Beispiel:

http://www.fr.de/politik/54-knoellchen-binnen-sechs-monate-muss-afd-vize-gauland-zum-idiotentest-a-340822

[65]https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktanz_(Psychologie)

[66]http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/thc-in-der-medizin-cannabis-bei-tourette-und-krebspatienten-a-991956.html

[67]https://de.wikipedia.org/wiki/Substanzinduzierte_Psychose

[68]http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-erhoeht-kiffen-das-risiko-fuer-eine-psychose-a-1018961.html

[69]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-12/marihuana-jugendliche-sucht  und https://www.drugcom.de/topthema/topthema-archiv/topthema-interview-mit-dr-jockers-scheruebl-zu-cannabis-und-psychose/ und http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-und-psychosen-macht-der-joint-geisteskrank-1.1774940

[70]https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/cannabis-missbrauch-bei-moeglichen-psychose-anzeichen-helfen-frueherkennungszentren/

[71]https://de.wikipedia.org/wiki/Psychose

[72]https://www.3ho.org/3ho-lifestyle/health-and-healing/yogi-bhajan-lecture-life-free-drugs

[73]https://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/08/09H027/t2.pdf Seite 2.

[74]https://www.hanf-magazin.com/kolumnen/wie-viele-cannabis-abhaengige-gibt-es-in-deutschland/

[75] „Marijuanawent on sale in Uruguay last yearunder a 2013 lawthatmadeitthefirstnationtolegalize a potmarketcoveringtheentirechainfromplantstopurchase. But thecountryis still working out howtomeetdemand in itsefforttoundercutdrugtraffickerswhocontroltheblackmarket.“ https://www.cbsnews.com/news/uruguay-marijuana-legalization-pot-shortage-demand-outpaces-farmers/

[76]https://www.drogenbeauftragte.de/themen/suchtstoffe-und-abhaengigkeiten/alkohol/situation-in-deutschland.html?L=0

[77]https://www.drogen-aufklaerung.de/fakten-zu-alkohol

[78]https://www.drogenbeauftragte.de/themen/suchtstoffe-und-abhaengigkeiten/tabak/situation-in-deutschland.html?L=0

[79]https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/zdw/2017/PD17_39_p002pdf.pdf;jsessionid=93576C589E33B31605055D5F86562C8E.InternetLive1?__blob=publicationFile

[80]“Handbuch der Rauschdrogen” von Wolfgang Schmidbauer und Jürgen vom Scheidt, 3. Auflage 1999 Fischer-Verlag, Seite 419. Zitiert auf:https://www.drogen-aufklaerung.de/fakten-zu-alkohol

[81] dagegen praktizieren nur 1-2 Mio Bundesbürger Yoga, was einiges erklären könnte J

[82]https://www.dbdd.de/fileadmin/user_upload_dbdd/05_Publikationen/PDFs/REITOX_BERICHT_2017/Kurzbericht_illegale_Drogen_Deutschland_2016_2017.pdf Seite 2.

[83]https://www.dbdd.de/fileadmin/user_upload_dbdd/05_Publikationen/PDFs/REITOX_BERICHT_2017/Kurzbericht_illegale_Drogen_Deutschland_2016_2017.pdf Seite 3.

[84]http://www.deutschlandfunk.de/globaler-drogenhandel-milliardengeschaeft-kokain.1773.de.html?dram:article_id=380658

[85] Los Angeles Lecture am 2. März 1993

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