Anspannung und Entspannung im Yoga

Kundalini Yoga Galerie Schule Münster - Yogis Blog Februar 2017Yoga und Meditation gelten als ideale Stresskiller, aber warum? In der yogischen Philosophie geht es um Gleichgewicht und Harmonie, die mittels zwei zentraler Konzepte erlangt werden: Vairagya und Abhyasa.

  • Vairagya (Sanskrit) bedeutet etwa ‚Loslösung’, ‚Nicht-Anhaftung‘ oder etwas freier ‚Gelassenheit’. Man nimmt die Dinge nicht mehr so ernst, was an sich schon entstresst.
  • Abhyasa (Sanskrit) übersetzt heißt so viel wie ‚ständige Praxis’, etwas freier ‚Disziplin‘ und ‚Bemühung‘. Ein strukturierter Terminplan schafft Zeit.

Wenn Yoga ausschließlich auf Abhyasa, das heißt einseitig auf Ausdauer und Anstrengung ausgerichtet ist, besteht sogar die Gefahr, dass das Üben verkrampft. Die geistige Getriebenheit käme dann nicht zur Ruhe, sondern würde sogar verstärkt. Praktiziert man auf der anderen Seite ausschließlich Vairagya, das heißt Loslösung, so würden sich Geist und Körper ohne Bewusstsein treiben lassen. Die Überbetonung der Loslösung kann sogar zu einem Sich-Treiben-Lassen und einem unfruchtbaren Nichtstun führen. Der Geist würde in seinen althergebrachten Strukturen verbleiben und nichts hätte sich verändert. (Eckard Wolz-Gottwald, Die Yoga-Sutras im Alltag leben, Seite 33, siehe Literaturliste)

Von einer übergeordneten Perspektive könnte man auch von Aktiv und Passiv sprechen. Wichtig zu beachten und zu vermeiden ist also jede Form von Einseitigkeit:

  • ein übermäßiger Trainingseifer ohne Rücksicht auf den eigenen Körper oder das persönliche Umfeld wirkt wenig hilfreich und gilt als nicht gesund (zu aktiv oder yogisch gesprochen ein Übermaß an ‚Rajas‘).
  • Eine übertriebene Losgelöstheit, die schnell in eine Disziplin- und Verantwortungslosigkeit entarten kann, dieses abgedroschene „ganz entspannt im hier und jetzt“, ist im Yoga weder wünschenswert noch hilfreich und im weiteren Sinne auch nicht unbedingt gesund (zu passiv oder yogisch gesprochen ein Übermaß an ‚Tamas‘).

Die Mischung aus Anspannung und Entspannung macht’s also. Im Kundalini Yoga ist diese Mischung integraler Bestandteil und wird mit dynamischen und ruhigen Übungen in jeder Stunde harmonisch praktiziert.


Februar 2017

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